Hyslop Uncut #65: Sarah Cohen-Fantl

Shownotes

  • Aufwachsen/Erlebnisse in der Schule
  • Jüdische Seele
  • Ein Koffer in Auschwitz
  • So unterstützten sie ihre Eltern
  • Nach dem Tod ihrer Mutter Hildegard Krekel
  • Auswandern nach Israel
  • Arbeit als Kriegsreporterin/Fehler von Journalisten
  • Rückkehr nach Berlin (2022)
  • Der 7. Oktober 2023/Freundschaften zerbrechen
  • Israel wieder verlassen/Keine Rückkehr nach Deutschland
  • Hamas-Terror reißt alte Wunden auf
  • Wie sicher ist Deutschland für Juden?
  • "Nie wieder" eine leere Floskel
  • So kam es zum Buch
  • Das war besonders schwer beim Schreiben
  • Hamas und Nazis
  • Was nimmt man aus dem Buch mit?
  • Auf Lesereise in Deutschland
  • Ist die Suche nach Identität zu Ende?
  • Wird das Buch verfilmt?
  • Das würde ihre Mutter zu ihrem Weg sagen

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00:00:00: Ich habe mich immer wie etwas halbes und nie wie etwas Ganzes gefühlt.

00:00:09: Das schreibt mein heutiger Gast in ihrem Buch, Wie alles begann und sich jetzt wiederholt!

00:00:13: Darin setzt sie sich nicht nur eingehend mit ihrer jüdischen Familiengeschichte auseinander Sie nimmt die Leser auch mit auf die Suche nach ihrer eigenen Identität.

00:00:21: Darüber und mehr sprechen wir heute.

00:00:23: ich freue mich sehr dass es sich Zeit nimmt.

00:00:25: herzlich willkommen Sarah Coen-Fantl.

00:00:28: Hallo vielen Vielen Dank für die Einladung.

00:00:30: Gerne doch, Frau Kohenvantl.

00:00:32: Wir haben heute sehr viel vor der Brust.

00:00:36: Es wird auch sehr viel gehen... Ich habe es gerade eben eingangs schon gesagt um die Suche nach Identität und Selbstfindung so.

00:00:41: Gehen wir vielleicht erstmal in die Vergangenheit ein kleines Stück zurück.

00:00:45: Wie sind sie denn aufgewachsen?

00:00:47: Und welche Rolle spielte das Judentum in ihrer Kindheit?

00:00:51: Ja, das ist natürlich ein bisschen weniger Gratlinik jetzt in meiner eigenen Familiengeschichte.

00:00:57: Aber davon gibt es auch einige.

00:00:59: und bei der Recherche zu meinem Buch ist mir aufgefallen erst mal wie lange meine jüdische Familie zurückreicht, väterlicherseits.

00:01:08: Und im Untum ist es ja so dass man wenn die Mutter nicht jüdisch ist, man offiziell nicht jüdisch geboren ist von der Hallacher.

00:01:14: Nichtsdestotrotz mein Papa hat mich da trotzdem sehr stolz jüdischen mit Einbezogen.

00:01:20: Mein Name ist auch Sarah.

00:01:21: Der wurde allen jüdischen Frauen unter Hitler in den Pass gestrempelt als Zweitnamen, damit man bei Kontrollen immer sofort sehen konnte, okay sie ist Jüdin und deswegen habe ich diesen Namen weil mein Papa eben sehr stolz gesagt hat wir sind hier wir haben überlebt Und ich würde sagen bin dann sehr gemischt aufgewachsen.

00:01:40: also meine Mutter war sehr offen.

00:01:42: Sie hat jetzt selber keinen Übertritt gemacht.

00:01:45: Das hat sich bei ihr einfach nicht so angeboten aus verschiedenen Gründen Und ich bin aus einem sehr toleranten Familienelternhaus, wo meine Eltern mir quasi beides mitgegeben haben.

00:01:56: Also ich hab sowohl Weihnachten gefeiert aber auch Hanukkah gefeiret auf der anderen Seite aufgrund der Shoahra.

00:02:02: also meine Familie hat ja fast nicht überlebt es gibt nur drei Überlebende war dieses jüdisch sein auch immer ein schwieriges Thema also stolz aber hinter versteckten also zugezogenen Gardinen.

00:02:16: Ich habe ja auch ein Buch geschrieben, so hat meine Urgroßmutter das immer empfunden.

00:02:19: Einfach aus der Angst heraus und meine jüdische Linie wurde tatsächlich nach der Shoah unterbrochen weil man Angst hatte dass es wieder zur Verfolgung kommen könnte.

00:02:31: und deswegen obwohl ich Offiziell von der Hallachanich bin, bin ich aber trotzdem vom Gefühl her damit aufgewachsen.

00:02:38: War immer sehr stolz jüdisch und habe mich immer gegen Antisemitismus eingesetzt.

00:02:42: Ich hab leider auch sehr viel eigenen Antisemitism erlebt in meiner Schulzeit.

00:02:45: Das hab ich auch im Buch aufgeschrieben.

00:02:48: Und nachdem meine Mutter gestorben ist, hab ich dann offiziell den orthodoxen Giohe vollzogen und bin offiziell zum Judentum konvertiert.

00:02:57: Ich bin nach Israel eingewandert, habe hier meinen Mann kennengelernt.

00:03:02: Wir leben jüdisch und haben jüdische Kinder.

00:03:04: Alles ist jetzt quasi mit koscher Stempel.

00:03:07: Und da bin ich auch sehr dankbar für weil... ...ich hab glaube ich sechsunddreißig Generationen zurückreichend jüdischen Vorfahren.

00:03:15: Das sind wirklich sehr lange Linien und wenn man sich überlegt dass das aus einer Angst heraus unterbrochen wurde zur üblichen Verfolgung dann bin ich heute sehr glücklich und stolz es meine Kinder das wieder so frei leben können in Israel.

00:03:29: Jetzt haben Sie schon gesagt, sie wurden in der Schule schon mit Antisemitismus konfrontiert.

00:03:34: Wie muss man sich das vorstellen?

00:03:35: Was war da los?

00:03:37: Es gibt zwei unterschiedliche Seiten, sage ich mal sowohl von Lehrern und dazu muss man natürlich wissen... In meiner Kindheit- und Jugend.

00:03:48: die älteren Lehrer dort sind natürlich Lehrer von Eltern und Großeltern, die zum Teil selbst Nazis waren Und ich glaube, da ist es dann manchmal einfach schwierig sich diesen Spiegel vorzuhalten.

00:04:02: Wenn man mit jemandem konfrontiert wird dessen Familie eben genau darunter gelitten hat oder auch einfach man selbst noch diese Denkmuster hat Also wenn man halt selbst das nie aufgearbeitet hat.

00:04:15: Es gibt ja tolle Familien.

00:04:16: Ich kenne tolle Menschen dessen Großeltern Nazis waren und die das ganz großartig aufgearbeitete haben und die sich heute an die Seite von Juden und Jüdlinnen stellen, gegen Antisemitismus sich einsetzen.

00:04:27: Ich würde niemals sagen was der Großvater von jemandem gemacht hat.

00:04:30: das ist nicht die Schuld der Person.

00:04:33: aber was wir heute tun dass es das ist unsere Verantwortung.

00:04:37: und also habe ich erlebt von Lehrern im antisemitischen ja Beleidigungen oder bzw.

00:04:44: die haben zumindest toleriert, wenn man mir gegenüber antisemitisch geworden ist oder mich beleidigt hat.

00:04:48: Ich hatte Mitschüler wie Neonazis waren, die mich beschimpft und bedroht haben, die nach mir Stühle geschmissen und Schlüssel geöffnet haben.

00:04:58: Es war eine Zeit lang ein sehr unangenehmes Umfeld und da hätten Lehrer mehr tun können und haben es nicht

00:05:04: getan.".

00:05:06: Sie schreiben an einer Stelle in ihrem Buch auch sie haben sich teilweise in der Schule wie ein Zootier gefühlt.

00:05:12: Was war da los?

00:05:14: In der Geschichte im Geschichtsunterricht wird ja die Shoah behandelt, wenn man dann das einzige Kind ist dass sich jetzt jüdisch identifiziert.

00:05:22: ich habe mich erfälschlicherweise mal halb Jüdin vorgestellt.

00:05:24: es ist mir auch erst viel viel später klar geworden dass das so ein Termin von Hitler war und von den Nazis.

00:05:30: und deswegen bitte auf gar keinen Fall mehr benutzen aber so einen Zot hier ist man halt.

00:05:40: Wenn dann das Thema aufkommt und die Lehrer sagen, erzähl doch mal.

00:05:44: Erzähl von der Show a, was deinen Großeltern angetan wurde Und alle einen angucken und man so die einzige Person ist.

00:05:52: Aber es wird halt nie jemanden von der anderen Seite gefragt Was haben denn eure Großeltern euch erzählt?

00:05:56: Ohne dass man jetzt jemanden verurteilen muss aber Man kann ja einfach mal sagen habt ihr zu Hause mit euren Großelern auch schonmal über den zweiten Weltkrieg gesprochen?

00:06:05: Was haben die euch erzählt wie wir haben die das unterhiteln?

00:06:07: also es gibt Mittel und Wege, wie man auch die andere Seite Sensible beleuchten kann.

00:06:14: Aber ich hatte nicht den Eindruck, dass man mit mir besonders sensibel umgegangen ist in der Schule – das habe ich ja auch im Buch beschrieben.

00:06:20: Ich wurde dann dazu gezwungen, mir Filme anzugucken, wo man halt ... Ja!

00:06:27: Die Filme kennen wir alle.

00:06:28: Schwarz-Weiß, abgemagert, glatzköpfig... Aber während das für andere Geschichtsdokumentationen waren war das halt für mich immer so in Teil meiner eigenen Familie gesehen.

00:06:36: Das ist einfach emotionaler und mir wurde dafür, während emotional zu sein.

00:06:40: Ich soll mich nicht anstellen, ich soll keine Extrawurst haben.

00:06:43: Und das ist was, was ich schwierig finde und auf der anderen Seite heutzutage finde ... Ich weiß nicht, wie es heute in den Schulen ist natürlich aber ist es so ein bisschen unpersönlich.

00:06:54: Also ich hätte mir vielleicht lieber mal gewünscht, dass man nicht nur fragt okay das war die Shoah und da ist damals passiert, das ist wichtig.

00:07:02: aber wie ist denn die jüdisches leben heute Sarah?

00:07:04: Erzähl doch mal!

00:07:05: Wie feiert ihr denn dies oder das?

00:07:07: Oder wie ist es denn in der Sendung?

00:07:08: So ein bisschen diese persönliche Zuschauer nicht nur diese schwarz-weiß Bilder sondern auch ein bisschen mehr so mitten aus dem Leben heraus heute.

00:07:15: und ich glaube wir brauchen vielmehr Begegnungen und nicht dieses Zutier... Ich habe wie oft ich in meinem Leben gehört habe Oh, ich hab noch nie eine Jüde getroffen oder du bist die erste Jüdin in meinem Leben.

00:07:26: Wo man sich denkt nein bin ich nicht ganz sicher.

00:07:28: nicht nur wir sehen halt nicht aus wie man sich das vielleicht vorstellt oder wir tragen hier so ein Stilljude eben nicht mehr.

00:07:36: und deswegen denke ich mir also für mich persönlich Begegnung ist das wichtigste unter allen Kulturen, unter allen Religionen und ich glaube wir müssen vielmehr als Menschen zusammenfinden.

00:07:48: Wir sprechen nachher wirklich über Antisemitismus und was man vielleicht auch dagegen tun kann Gerade dieses Treffen der Dialog ist ja auch eher nicht wichtig da.

00:07:57: Aber lassen Sie mich da gerade nochmal einhaken, also stelle ich mir das gerade richtig vor es ist Geschichtsunterricht und plötzlich heißt Ja Sarah sag du doch mal was?

00:08:05: Ohne dass davorhin mal irgendwie gefragt wird, ist Ihnen das überhaupt recht oder wie beziehen wir sie und ihre Familiengeschichte überhaupt irgendwie ein?

00:08:12: Oder sprecht vielleicht einfach mit den Eltern ob denen das Recht ist oder so, dann wird einfach...

00:08:19: Da wird einfach gefragt, hat hier jemand irgendwie Vorwissen oder Vorkenntnisse?

00:08:24: Wie gesagt, ich war immer sehr stolz auf meine Familiengeschichte und hab das auch hochgehalten.

00:08:29: Und dann gesagt ja, meine Großeltern oder mein Großvater hat die schon überlebt.

00:08:35: Daraufhin geht es halt weiter.

00:08:36: Dann erzähl mal und dies und das und wie war das denn ... Ich glaube, dass ist für ein Kind in dem Alter ein bisschen zu viel weil ich kann ja nicht erklären in dem Alter und können aus heute nicht wirklich erklären, wieso Menschen zu so etwas möglich sind.

00:08:51: Und darüber zu sprechen, dass der eigene Großvater auf sechzehn Kilo runtergehungert war und den Zähl verloren hat und fast niemand überlebt hat.

00:09:01: Das ist ja nichts, was man mal eben vor achtundzwanzig Klassenkameraden auch teilen möchte.

00:09:05: Vielleicht ist man auch nicht mit allen gut befreundet?

00:09:08: In der Oberstufe habe ich auch im Buch beschrieben – das finde ich eigentlich eine Wahnsinnsgeschichte.

00:09:15: Da ging es eben darum, da hab ich mich gar nicht zu Wort gemeldet.

00:09:18: Sondern eine Klassenkameraden ... Es ging um den Zweiten Weltkrieg und sie hat gemeint ja, meine Großeltern hatten Schulden beim Juden.

00:09:26: Dann ist der gekommen und dann hat mein Großvater gesagt er kann sich ne Kuh aussuchen anstatt das Geld zu bezahlen.

00:09:33: Und dann hat der Jude sich die beste Kuh im ganzen Stall genommen.

00:09:37: Typisch Jude!

00:09:40: Und dann habe ich so den Lehrer angeguckt und dachte okay Er wird das jetzt etwas sagen, er wird es einordnen.

00:09:46: Hat er aber nicht gemacht und daraufhin... Das ist dann so, das ist auch typisch Sarah!

00:09:49: Da kann ich da noch nicht an mich halten?

00:09:51: Und da hab' ich mir natürlich gemerkt was glaubst du denn?

00:09:53: Was hat der denn machen sollen anstatt das Geld zu bekommen?

00:09:56: Hätte sich dann die Krammelkuh aussuchen sollen oder die alte Kuh?

00:09:58: Natürlich nimmt er sich eine gute Kuh ne junge Kuh Und das ging dann so hin und her.

00:10:05: Ich habe immer wieder zum Lehrer geguckt und dachte, warum ordnet er das nicht ein?

00:10:09: Weil es ist natürlich schon dieses Raff-Gierige, der ja raff-gierige Jude, der sich die beste Kuhmstall aussucht.

00:10:15: Das ist doch genau der Job von dem Lehrern, den Moment zu sagen im Moment.

00:10:19: Das sind so Stereotype und dass es halt Antisemitismus aus dem Grund und das nur einzuordnen.

00:10:25: Es hat er halt nicht gemacht.

00:10:26: Und das ist die Oberstufe.

00:10:28: Wir reden hier vom Abitur.

00:10:29: Schwierig wäre, wenn das an deutschen Schulen Einfach stehen bleibt.

00:10:36: Jetzt haben Sie auch schon beschrieben, wie sie selber schon zu Schulzeiten angegangen wurden?

00:10:41: Nur weil sie Jüdinnen sind gab es dann irgendwann mal einen Punkt... Weil sie haben gesagt, die sind damit eigentlich immer sehr offen umgegangen, gab's noch mal ein Punkt wo sie gesagt haben Wenn ich neue Bekanntschaften habe oder so den sage ich erstmal gar nicht mehr, damit es nicht gleich umschlägt.

00:10:54: Ich frag deshalb, weil ich hatte Aria Shalika einmal zu Gast und er hat sehr eindringlich geschildert Wie das war wie alte Freundschaften, mit denen er durch dick und dünn gegangen ist.

00:11:06: Urplötzlich zerbrochen sie in der Moment vorauskommt, dass der Arya Jude war.

00:11:12: Ich habe das in der Schulzeit auf jeden Fall nicht zurückgehalten gar nicht ganz im Gegenteil.

00:11:18: aber ich kenne den Arya natürlich und der ist natürlich in einem ganz anderen Brenntpunktviertel ja auch in Berlin aufgewachsen als ich jetzt im schönen Hamburg damals.

00:11:27: Ich verstehe, dass er sich irgendwann mal anders verhalten hat.

00:11:31: Das hatte ich nicht so das Gefühl ... Es passt auch nichts zu mir.

00:11:35: Was ich sagen kann ist, als ich nach Berlin gekommen bin mit Mitte Ende zwanzig, da habe ich gemerkt, dass jüdisch sein schnell zu einem politischen Thema gemacht wird.

00:11:48: Wenn ich neue Bekanntschaften getroffen habe und man kommt ins Gespräch und die reden dann negativ über den Glauben oder Gott Und ich sag dann was dazu oder was aus dem Jüdischen glauben.

00:12:00: Dann geht sofort jüdisch, Israel und da ging das immer so fort... Da hab' ich irgendwann gedacht, ob ich mir das jetzt immer so antun muss?

00:12:08: Also dass ich es jetzt immer zu Gespräch haben muss wenn man einfach einen schönen Abend haben möchte ja auch!

00:12:14: Ich habe in Berlin auch viel Antisemitismus erlebt.

00:12:20: Das habe ich auch im Buch geschrieben, Döner bestellt und er hat irgendwas gesagt.

00:12:25: und dann habe ich gesagt Ja, ich esse Kosher Und er hat gesagt, halal.

00:12:28: und ich habe halt gesagt kosher.

00:12:30: Und dann meinte er so ah du bist jüdisch ja lass mir dir mal was über dein Land erzählen.

00:12:36: Und da ging das los und es hat damit geendet dass er sehr aggressiv geworden ist und gesagt hat er will mein dreckiges Judengeld nicht und ich den Döner dann verschenkt hab weil ich dem Dönen auch nicht mehr freute.

00:12:47: aber da merkt man dann... Ich habe das trotzdem immer weiterhin stolz.

00:12:51: ihr habt auch immer meinen Davidstern weiter getragen.

00:12:53: in Berlin war aber auch anders vom siebten Oktober als jetzt glaube ich aktuell.

00:12:58: Es hat sich bei mir was verändert, seitdem ich Mutter geworden bin also wie jetzt als ich auf meine Lesereis gegangen bin letztes Jahr da hatte ich mal vergessen den David Stern unter meinen Pullover zu stecken in der Bahn und dann war ich plötzlich so umzingelt von ich sag mal einer Gruppe von Menschen wo ich mich nicht so sicher war wie die es auf Israel oder Juna reagieren würden und daher ist mein kurzes Herz in die Hose gerutscht und habe gedacht oh Gott und hab das halt schnell weg gemacht Weil ich halt Mutter bin, weil mit meinen Kindern habe ich eine andere Verantwortung.

00:13:29: Nach dem siebten Oktober waren wir auch kurz noch in Berlin und das war beängstigend, weil meine Kinder Hebräisch sprechen.

00:13:36: Ich hatte das Gefühl, wenn wir jetzt auf der Straße hier ... Ich hab in Neukölln gewohnt, Kreuzberg-Neuköllner, also auch Brennpunkt im schönen Ecke aber trotzdem den Brennpunkten Angst hatte, dass man die Hebräre spreche.

00:13:49: Und das war der Punkt wo ich gesagt habe, wir bleiben nicht hier.

00:13:52: Mein Großvater hatte Angst.

00:13:54: Mein Vater wurde eingetrichtert, das nicht so nach außen zu tragen und das wollte ich nicht wiederholen.

00:14:01: Ich will dass meine Kinder stolz sind auf ihre Geschichte, dass sie ihren Glauben leben können, dass ihr ihre Nationalität leben könnt.

00:14:08: Ihr Papa ist Israeli.

00:14:09: Ich bin Israelin mittlerweile auch schon fast zehn Jahre ... Nee!

00:14:14: Es muss, wenn ich es einmal so politisch sagen darf, es muss in Deutschland möglich sein Hier einen Kreuzetrag in die Kirche gehen, andere Kopftuch tragen und in die Moschee gehen.

00:14:25: Es muss möglich sein dass ich in David Stern-Tragonese nach Hugo gehe Und de facto stand.

00:14:30: jetzt ist das nicht so zumindest nicht ganz ungefährlich möglich und das ist ein Problem für mich.

00:14:38: Wir kehren noch dahin zurück zu dem Thema.

00:14:40: keine Bange Gehen wir mal ein Stück wieder zurück in ihre eigene Biografie.

00:14:45: Es gibt eine Stelle im Buch, da schreiben Sie was sehr Schöne.

00:14:48: Sie glauben fest daran dass man mit einer jüdischen Seele geboren wird und das die irgendwann ihren Weg zurück zu ihrem Volk findet.

00:14:55: Da stellt sich mehr die Frage Frau Kohrenvantel wann haben sie denn zum ersten Mal diese jüdische Seele in sich gespürt?

00:15:04: Mit sechs Jahren.

00:15:06: Seitdem weiß ich seit dem... Das ist als mein Papa mich hingesetzt hat gesagt wir sind Juden.

00:15:11: Er hat mir ein Stammbaum aufgemalt.

00:15:12: er erklärt die eine Hälfte vom Stammbaum quasi komplett ausgelöscht ist.

00:15:18: Und das es Nazis gab und böse Menschen gab, aber da erinnere ich mich, dass da was in mir geklickt hat ... Ab dem Zeitpunkt wusste ich okay, ich bin Jüdin!

00:15:30: Das Gefühl hat mich nie verlassen.

00:15:31: Man wird auch wenn man den Gioher macht dann sagen einem die Ravine auch bist du dir ganz sicher, dass du das machen willst?

00:15:39: Du kannst ja auch jüdisch leben ohne den Giorg zu machen, wenn du's wirklich möchtest Bist du dir bewusst, was für weitreichende Folgen und Konsequenzen das für dich und dein Leben hat?

00:15:50: Und für deine Kinder.

00:15:51: Und für deren Kinder!

00:15:53: Im besten Fall natürlich wenn sie weiter die jüdische Linie führen.

00:15:56: Und da gab es sich eine Sekunde wo ich gedacht habe, nee Aber... Das steht auch im Buch.

00:16:04: Nach dem siebten Oktober.

00:16:08: Da hatte ich ganz kurz, hab' ich gedacht Oh Gott, was habe ich meinen Kindern angetan?

00:16:13: War ich egoistisch Weil ich mich jüdisch fühle Und ich mich zu Hause fühle im Judentum und in Israel, habe ich meinen Kindern, setze ich die jetzt einer Gefahr aus.

00:16:24: Aber so kann man nicht durchs Leben gehen!

00:16:27: Wenn ich am Ende eine unglückliche Mama bin oder wir uns verstecken, dann würde das die Generation treffen.

00:16:32: Dann würden meine Kinder irgendwann an dieser Schwelle stehen sagen wer bin ich?

00:16:35: Wer bin ich jüdisch?

00:16:37: Das wollte ich nicht.

00:16:38: Ich wollte dass sie wissen wer sie sind und wo sie herkommen.

00:16:42: Diese Festigkeit haben wir eben kurz gesprochen.

00:16:44: In der Kindheit ist es natürlich schön, wenn man mit beidem aufwächst und so soll es sein.

00:16:50: Auf der anderen Seite kann man sich als Kind auch manchmal ein bisschen verloren fühlen und nicht genau wissen wo man hingehört.

00:16:56: Wenn man sich jüdisch fühlt und dann sagt einem irgendwann jemand aber du bist keine Jüdin!

00:17:00: Du bist verlachrisch nicht jüdische.

00:17:02: Dann tut das sehr weh und dann nagt das auch an einem.

00:17:04: Und da hab ich aber noch mehr gemerkt, ich möchte das... ...und jeder der sich ein bisschen auskennt weiß so'n Giohe oder Orthodoxe-Giohe.

00:17:12: Das ist kein Zuckerschlecken!

00:17:14: Das muss man wollen und da muss man sich wirklich... Ja, es ist lebensverändernd.

00:17:20: Ich bin auch ein besserer Mensch dadurch geworden, würde ich sagen

00:17:23: Wir sprechen gleich noch drüber.

00:17:25: Das wird der Standardsatz.

00:17:28: Alles gut!

00:17:31: Was mich vorher noch interessieren würde, es gab... Es geht ja viel um Identität heute und auf diese suchende Identität nimmt ein Koffer in Auschwitz eine zentrale Rolle ein.

00:17:41: Vielleicht können Sie ganz kurz erklären was hat's mit dem Kofferaussichten?

00:17:43: Was hat er in Ihnen ausgelöst?

00:17:46: Ich bin nach Auschwiz gefahren.

00:17:48: das war damals im Rahmen meiner Journalistenausbildung.

00:17:55: Ich wusste, dass es dann Koffer geben soll mit dem Namen meiner Urgroßmutter.

00:18:00: Mir dachten auch das ist ja der Koffern meiner Urgrossmutter und dann war ich dort und habe diesen Koffert tatsächlich gesehen.

00:18:08: Also das war nicht abgesprochen, sondern ich bin einfach durchgehangen, wäscht einen Ausschnittswasser.

00:18:12: Es sind so wahnsinnig riesenlange Fenster und überall liegen Koffe aufeinander gestapelt.

00:18:17: Und er einfach so gelaufen und hab geguckt und den Kofferen gefunden.

00:18:21: Und da war natürlich auch eine Gruppe von anderen Journalisten, Kollegen dabei.

00:18:25: Die haben alle keinen jüdischen Bezug und das war schon auch emotional.

00:18:29: für die glaube ich, dass dann nicht gesagt habe, es ist der Koffer meiner Urgroßmutter.

00:18:34: Das hat mich noch mal ... nach dem Tod meiner Mutter relativ zeitnah.

00:18:40: Da wusste ich, als ich daraus gegangen bin, hatte wirklich den Eindruck, ich bin nie umgeben von ganz vielen Seelen von meiner Familie und dass ich diesen Ur auf jeden Fall machen will.

00:18:53: Und dass sich daraufhin mein ganzes Leben so drastisch verändert würde, wusste ich in dem Moment natürlich auch nicht.

00:18:59: Aber es war der Beginn dieser Veränderung.

00:19:02: Es hat sich dann ja mittlerweile... Das nehm' ich nicht vorweg!

00:19:05: Die Leute sollen das Buch erholen

00:19:08: oder ein Glittinger?

00:19:08: Nein, nein, das ist gut schon.

00:19:11: Weil es stellte sich dann heraus ... Der Name war zwar der richtige aber nicht die Besitzerin.

00:19:16: Genau, richtig.

00:19:17: Es hat sich dann rausgestellt bei der Recherche... Ich habe erst ein Artikel drüber geschrieben, da wusste ich es noch nicht und dann hab' ich aber fürs Buch mehr recherchiert von Yad Vashem.

00:19:25: Wir sind dann nochmal durchgegangen und da wurde dann klar das ist ihr Name auf dem Koffer Aber es gab eine Namensfetterin auch aus Prag Ist natürlich jetzt auch relativ ungewöhnlich Und die sind beide nach Ausschutz gekommen.

00:19:37: Das war Ihr Koffa.

00:19:39: trotzdem habe ich gedacht, ja ich hab diesen Koffer trotzdem nicht ohne Grund gefunden und der Koffers steht ja am Ende stellvertretend.

00:19:47: Nicht nur für meine Familiengeschichte sondern ganz viele Familiengeschichten.

00:19:51: also ich bin jetzt nicht... Also meine Geschichte das klingt jetzt doof aber ich möchte ja dass die Menschen es lesen aber ich bin ja nicht einzigartig in dem Sinne.

00:19:59: Es gibt so viele jüdische Familien.

00:20:01: wir haben auch ganz viele Menschen geschrieben.

00:20:03: Sava Ich habe ähnliche Familiengeschicht.

00:20:07: Ich habe auch ein Gejo gemacht, es wurde bei uns auch unterbrochen nach Auschwitz und und und.

00:20:11: Es hat ganz vielen Menschen ja bisschen Heilung gegeben glaube ich.

00:20:16: aber wie gesagt es steht stellvertretend das Buch für Millionenmenschen und ihre Familiengeschichten am Ende des Tages.

00:20:27: Alles andere als unbekannte Menschen, ihr Vater John Funtl Filmproduzent.

00:20:33: Ihre Mutter die Schauspielerin Hildegard Kregel kennt jeder der irgendwann mal zum Beispiel ein Herz in eine Seele gesehen hat.

00:20:40: Inwiefern haben ihre Eltern sie bei dieser ganzen Identitätsfindung Selbstfindung begleitet unterstützt?

00:20:48: Also mein Papa ist natürlich derjenige der mit diese jüdische Identität mitgegeben hat und der mir auch diese Stolzheit mit gegeben hat.

00:20:56: Dafür bin ich ihm auch sehr dankbar.

00:20:57: Wir sehen nicht immer bei allem Auge, wie sagt man das auf Deutsch?

00:21:01: I-toi...

00:21:02: Man ist nicht immer

00:21:04: so einer Meinung!

00:21:05: Und mein Papa ist auch nicht religiös, so wie ich jetzt zum Beispiel.

00:21:09: Aber trotzdem haben wir da einen guten Weg gefunden und meine Mama, die lebt ja leider nicht mehr.

00:21:15: Gott hab sie seelig.

00:21:17: Die war eine tolle Schauspielerin aber die war vor allen Dingen auch eine wundervolle Person.

00:21:21: Mensch Mutter hat mir da wirklich, weil ich hab mich ja immer so ein bisschen gefühlt als ob ich mich gegen sie entscheide.

00:21:30: Weil ich mich für meine Papa-Seite entscheide und meine Mama fand das nicht schlimm.

00:21:36: Ich war ein absolutes Mammarkind und die hat immer gesagt, das Judentum ist toll, du hast einen tollen Opa gehabt.

00:21:43: Sie hat die erste Geschichte, die ich über meinen Großvater aufgeschrieben habe mit Anfang zwanzig, die hat sie mir eingesprochen als Uni-Projekt.

00:21:52: Weil Sie war auch Synchronsprecherin.

00:21:54: Also ich war da sehr unterstützend und sehr emotional.

00:21:57: Und wenn da mal, das muss man leider aussagen ... Ich hab angeheiratete Familie, die schwieriger bei dem Thema war.

00:22:04: Meine Mutter hat sich da immer schützen vor mich und meinen Vater und seine Familie gestellt.

00:22:08: Deswegen meine Mutter hat, wenn überhaupt, sie mir einfach die Freiheit gegeben, dass ich mich da selbst finden kann.

00:22:17: streng katholisch, aber meine Mutter hat an Gott geglaubt.

00:22:21: Sie hat Kerzen angezündet und hat gesagt leben und leben

00:22:25: lassen.".

00:22:27: Ja... Sie haben den Tod schon jetzt mehrmals angesprochen.

00:22:30: es gibt eine Stelle in ihrem Buch Da beschreiben sie das auch alles sehr erschütternd.

00:22:36: Sie sagen, der Tod meiner Mutter brachte alles ins Wanken.

00:22:39: Er nahm die Luft zum Atmen, saugte allen Lebensmut aus mir heraus und katapultierte mich an einen dunklen Ort.

00:22:44: Einen Ort ohne Licht, wo nicht mal ein kleiner Schimmer unter der Tür hindurchkam.

00:22:49: Ich saß allein in einem endlosen Dunklen

00:22:52: nichts.".

00:22:53: Frau Kohn-Vandel was hat sich aus diesem Nichts herausgeholt?

00:22:57: Israel!

00:22:57: Israel hat mich aus dem Nichts rausgeholt.

00:23:03: Ich habe dann noch nie darüber gesprochen oder auch drüber geschrieben.

00:23:06: Nach dem Turm meiner Mutter hatte ich ganz, ganz schwere Depressionen und das deute ich ja zwischen den Zahlen hier an.

00:23:14: Mir ging es wahnsinnig schlecht aber ich hab weitergemacht weil so hat meine Mutter mich eben auch erzogen Immer weiter machen.

00:23:21: Man muss wissen, der Show must go on, Theater-Schauspielerin, da musste man auf die Bühne selbst wenn ihre eigene Mutter ist gestorben und sie musste an dem gleichen Abend auf der Bühnen stehen.

00:23:32: Das heißt ich hab weitergemacht, ich habe viel gearbeitet als Reporterin war in einer Journalistenschule.

00:23:37: mit dieser Journalistenschule bin ich dann ja nach Israel geflogen.

00:23:40: Ich war wahnsinnig unglücklich.

00:23:42: zu der Zeit und auf den schon fünf Tagen in Israel habe ich gesagt ich mache alle Jahr Jetzt hat mir kein Mensch geglaubt.

00:23:50: Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben eine Wette abgeschlossen, ich hab die Wette gewonnen.

00:23:54: und auf dem Rückflug habe ich bitterlich geweint weil mir ist klar geworden in dem Moment dass ich in einer Realität zurück fliege, die nicht meine ist, die mich nicht glücklich macht wo ich innerlich langsam verschwinde.

00:24:07: und dann habe ich glaube ich ein zwei Wochen das steht im Buch genauer habe ich einen Rückflug gebucht für mich alleine, ganz allein nach Israel geflogen.

00:24:17: Und da saß ich am Strand und naheabend bin ich einfach durch die Straßen gelaufen und hab alles auf mich wirken lassen und über das Leben nachgedacht und wie es weitergehen soll.

00:24:28: Da habe ich dann den Entschluss gefasst, den Geur zu machen und bin zurückgeflogen, hat mir den Rabiner besucht und habe das alles angefangen in die Tat umzusetzen auch alle Jahre.

00:24:41: Deswegen Israel!

00:24:42: Israel hat mich daraus gegrült.

00:24:44: Die Sonne kam dann unter dieser dunklen Tür, kam dann ein bisschen israelische Sonne durch.

00:24:50: Wie hat ihr Umfeld reagiert als klar war die Sarah?

00:24:54: Nicht nur die konvertiert sondern die wandert aus nach Israel.

00:24:57: Sie stellen aber Fragen, wow!

00:24:59: Also dass sie genau rein, aber so sollen sie sein.

00:25:03: das macht ja die Sache interessanter.

00:25:07: Ich würde sagen die Mehrheit war geschockt und auch nicht überzeugt.

00:25:13: Ich hatte eine tolle Mentorin, die gesagt hat mach mach geh Arbeithaltskriegsreporterin genieß dein Leben jetzt bist du jung und frei macht das.

00:25:23: Mein Papa fand es toll von der beruflichen Perspektive mal ein bisschen Sorge weil so ganz ungefährlich ist Israel nicht.

00:25:31: meine Schwester hat sich etwas schwerer getan und ich hatte Freunde im Umfeld die gesagt haben was machst du?

00:25:36: Du hast jetzt ne Festanstellung und du bist doch so gesettelt im Leben.

00:25:40: Aber wenn man unglücklich ist, dann ist das bedeutungslos.

00:25:43: Zumindest für mich in dem Moment war es bedeutungslos.

00:25:47: Und die haben manchmal auch Wetten abgeschlossen.

00:25:49: Das habe ich dann hinterher gehört.

00:25:50: Sarah kommt nach sechs Monaten zurück, nach acht Monaten, nach zehn.

00:25:54: Hab sie natürlich alle Lügen gestraft aber ... Ich hatte ganz viele Menschen, die sich für mich gefreut haben und die gesagt haben, probier's!

00:26:02: Wenn ihr zurückkommt, ist auch okay.

00:26:03: Wenn du merkst, dass nicht richtig im Nahen Osten zu leben.

00:26:06: Da kannst du ja auch immer wieder ein Flugticket nach Hause buchen.

00:26:10: Aber Israel ist nach Hause geworden quasi, mein Zuhause geworden.

00:26:15: Wie lief das dann ab?

00:26:17: Wie muss man sich das vorstellen?

00:26:18: also... Man kann ja nicht einfach so sagen So Hallo Israel hier bin ich!

00:26:22: Das wird ja bestimmt ein Prozess sein und dann müssen wir noch konvertieren.

00:26:27: wie lief es ab?

00:26:28: Also ich musste nicht konvertiert um Allianz zu machen weil ich jüdische Familie habe.

00:26:35: Das heißt, während ich den Juhu angefangen habe, hab' ich auch schon die Alliar angefangen vorzureiten.

00:26:40: Und das hat ja alles in allem über ein Jahr gedauert bis sich wirklich den Stempel im Pass hatte, dass ich Alliar machen darf und ich musste tatsächlich auch von offiziellen Stellen in Prag und in Tschechien – da kommt meine Familie her – musste ich den Nachweis erbringen, dass meine Familie jüdisch ist.

00:27:00: Ich musste ein Foto in Wien vom jüdischen Friedhof von meiner Urgroßmutter haben, um auch Darts.

00:27:07: Also da mussten die Linie quasi anfangen und das hat natürlich alles gedauert.

00:27:11: Man muss ja alle Stellen erreichen oder hinfahren zum Konsulat und dann fehlt was.

00:27:16: Da muss man noch mal hin.

00:27:17: Und da hatte ich schon Momente wo ich wirklich gedacht habe, oh Gott, schaffe ich es?

00:27:20: Wir werden so viele Steine entwickeln.

00:27:22: Zeitgleich hab' ich aber auch den Jur gemacht!

00:27:25: Mein Rabbin hat mir damals gesagt Dein Gio und deine Alia wird nicht leicht passieren.

00:27:31: Wenn du das wirklich willst, dann schaffst du das!

00:27:34: Das ist nicht...das soll nicht leicht sein.

00:27:38: Das darf nicht leicht werden.

00:27:39: Das muss Hürden haben.

00:27:41: Erst wenn du diese Hürde überwindest und es wirklich schaffts, dann ist es wirklich wo du auch hingehörst.

00:27:46: Und das habe ich mir sehr zu Herzen genommen und hab das durchgezogen.

00:27:50: Und dann musste ich zu israelischen Botschaft mit allem.

00:27:52: und dann kriegt man einen Stempel.

00:27:54: Dann sagen die, du kannst Allianen machen, da geht man zur Jewish Agency in Deutschland.

00:27:59: Die haben gesagt okay, du hast jetzt sechs oder zwölf Monate ab dem Stempeln Zeit sich ein Flug buchen zu lassen.

00:28:07: Davon glaube ich hundert Kilo mitnehmen wollen, neunzig Kilo.

00:28:10: Ich hatte bisschen übergepackt.

00:28:12: Und dann habe ich die Sachen gepackt, hab mich hier abgemeldet in Deutschland losgeflogen.

00:28:18: Und in der Sekunde, in der man landet und in Ben-Gurion in den Flughafen reinläuft ist man die israelische Staatsbürgerin.

00:28:26: Dann setzt man sich hin dann ruft man an so einem Telefon und sagt hi ich bin da und dann holen wir einen ab, drängt man ins Büro, dann gucken sie sich alle Papiere nochmal an, dann dachten die, da wären Fehler, dann rutscht ein natürlich das Herz in die Hose und dann war aber alles gut.

00:28:42: und dann kriegt man so'n Übergangspass um Einwandererpass Ein Taxi zum ersten Wohnort und dann fängt das Leben hier

00:28:53: an.

00:28:54: Wie war der Start dort?

00:28:57: Man ist in einem fremden Land, fremde Sprache und man hat ja überhaupt kein Standing erst mal.

00:29:04: Und wie war der Beginn?

00:29:06: Der Beginn war, dass der Taxifahrer mich raus gesetzt hat mit meinen vier Koffern und ich habe mir leider meine erste Wohnung in Nachlaott gebucht.

00:29:14: In Jerusalem.

00:29:15: Wer nach Laot kennt weiß das ist ein super schönes Viertel in Jerusalem nah am Schock aber da gibt es keinen Auto Weg Und also irgendwo drinnen ist die Straße.

00:29:27: Ich sag aber ich hab viel Koffer und er ist schon weg.

00:29:30: dann stand ich da hieß so Dann kamen wir die drehen Aber was hast du gemacht?

00:29:35: Du stehst mitten in der Nacht mit vier Koffer alleine.

00:29:39: Dann dachte ich, okay, laufe ich jetzt allein los!

00:29:41: Das kannst du in Israel nicht machen und kann es keine Koffe alleine stehen lassen.

00:29:43: Die denken sofort ist ja Bombenalarm.

00:29:48: Und dann habe ich den Pass in meiner Hand geführt und dachte, okay du bist Israelen, du bist Jüdeln, du hast rutzbar, du schaffst das.

00:29:53: Und da hab ich mich umgedreht, hab das erste Pärchen angesprochen dass mir entgegen kamen habe gesagt, ich hab gerade Aliyah gemacht und ich brauche Hilfe meine Koffer zu meiner Wohnung zu schleppen.

00:30:02: Und das ist eben auch typisch Israel.

00:30:04: die haben sofort die dann koffer geschnappt haben mir geholfen meine wohnung zu finden und haben mich da abgesetzt.

00:30:10: und Dann sind es so ein paar schwere wochen und monate sich einzufinden mit dem bürokratischen weil wirklich auf sich alleine gestellt ist.

00:30:20: Und auch nicht alle denken immer, alle sprechen Englisch hier.

00:30:23: Das stimmt aber auch nicht!

00:30:24: Nicht alle hier sprechen immer Englische gerade in den Bürogebäuden.

00:30:28: Aber dann zieht man das durch und dann hat man noch ganz viele schöne Momente und neue Begegnungen.

00:30:35: Ich habe sofort gearbeitet.

00:30:36: Das war natürlich auch gut für mich.

00:30:38: Ist ja immer was los mit Israel leider... ...aber da wächst man so rein in die neue Welt

00:30:48: Sie haben es auch schon erwähnt, als Kriegsreporterin gearbeitet.

00:30:53: Da würde mich jetzt mal interessieren zum einen wie war das?

00:30:55: Und dann hat sich das... Haben sie ja auch gesagt, sie sind ja inzwischen Mutter geworden, hat sich die Perspektive geändert?

00:31:01: weil ich stelle mir vor am Anfang ist man noch mehr unterwegs nach dem Motto Ich bin ja nur für mich verantwortlich aber ich kann mir vorstellen dass ändert sich mit der Zeit.

00:31:09: Ja also ich arbeite bis heute noch als KriegstreporterInn.

00:31:12: Aber was hat sich natürlich verändert und es hat sich mit den Kindern verändert.

00:31:15: Also wenn ich hier alleine losgezogen bin Da hatte ich auch von nichts Angst.

00:31:19: Dann hab' ich gedacht, naja wenn ich jetzt von der Rakete getroffen werde dann habe ich meinen Job gemacht.

00:31:23: aber dann war das halt so wie Saras Geschichte halt enden sollte als Reporterin im Einsatz.

00:31:29: Aber als Mutter hat sich das dann sehr verändert und ich war in dem zwanzig-einenundzwanzig Krieg war mein Sohn ein Jahr alt Und ich war schwanger und es wusste niemand zu dem Zeitpunkt ganz frisch Und da gab's halt Krieg und es gab Ausschreitungen und meine Arbeitgeber wollte mich in den Norden schicken zu diesen Ausschleitungen.

00:31:48: Das war das erste Mal, dass mein Mann gesagt hat nein.

00:31:51: Also da liegt jetzt ein Veto ein du kannst nicht jetzt schwanger und waschen Kind.

00:31:55: und Da habe ich gemerkt okay es verändert sich etwas für mich Und dann hab ich auch erst mal mehr von drinnen sag' ich mal geschrieben und gearbeitet.

00:32:07: Es hat sich noch einmal bisschen wieder verändert.

00:32:09: der siebte Oktober hat das nochmal verändert.

00:32:13: Ich habe jetzt Glück, dass ich als Reporterin im Fernsehen mehr von sicheren Orten aus über die Lagen berichte natürlich.

00:32:21: also ich weiß hier über vieles Bescheid aber ich muss nicht immer dahin wo gerade die Rakete eingeschlagen ist.

00:32:27: Ich war allerdings vor weniger als einem Jahr in Gaza und da hab' ich mich relativ sicher gefühlt.

00:32:37: es gab da Schieße rein um mich herum und es gab, da ist jetzt nicht ein Spaziergang am Strand.

00:32:43: Aber ich war natürlich mit der IDF dort, mit der Armee... Ich liebe es halt auch Reporterin zu sein!

00:32:49: Und ich kann diesen Teil von mir auch nicht komplett aufgeben.

00:32:53: und wenn es mehr Reporter gebe hier vor Ort die einen besseren Job machen würden, nämlich so wie man ihn eigentlich tut mir leid aber mal eigentlich machen soll, nämlich unvoreingenommener Was ich schaffe, obwohl ich Israel bin.

00:33:06: Ich schaffe es auch mein Land oder meine Regierung zu beleuchten und mal Kritik zu üben.

00:33:13: Aber wenn ich sehe wie wenig andere das tun und immer auf Israel eindreschen, dann fühle ich eine große Verantwortung diesen Job weiterhin gutzumachen.

00:33:24: Aber meine Kinder sind immer

00:33:25: Priorität.".

00:33:27: Weil Sie schon sagen was machen die Kollegen da in Ihren Augen falsch?

00:33:31: Ach, also ich würde sagen viele von denen haben kein Verständnis von dem was hier tatsächlich passiert.

00:33:40: Haben keinen Verständnissen der Vorgeschichte.

00:33:43: Das sind einseitig zum Teil auch einfach schlecht in ihrer Recherche benutzen, benutzen falsche Zahlen oder zeigen wie gesagt nur eine Seite.

00:33:54: Man kann in die Westbank fahren und sagen hier gibt es jetzt Siedler die haben dies und das gemacht Und man kann natürlich einfach weglassen, dass diese Siedler vorher angegriffen wurden.

00:34:06: Da sagen wir in dem Sinne nichts Falsches weil die Siedle haben ja was gemacht und das darf man auch ruhig benennen.

00:34:13: aber das ganze Bild nämlich das vorher eine Vorgeschichte stattgefunden hat das halt weggelassen und das verfälscht halt die Berichterstattung.

00:34:21: Und das sehe ich wirklich bei wahnsinnig vielen.

00:34:24: Wenn ich dann sehe, wie in Deutschland die Überschriften gemacht werden, sowohl beim Tagesschau als auch beim Spiegel.

00:34:30: Er hat ja nichts mehr mit Journalismus zu tun, wenn man immer nur schreibt, israelischer Soldat erschießt Palästinensa.

00:34:39: Ach so!

00:34:39: Der Paläestinensa hatte einen Messer und hat den israelischen Soldaten angegriffen.

00:34:43: Diesen Teil ist man halt weg.

00:34:44: Es liest sich halt so besser.

00:34:46: Man macht Stimmung damit.

00:34:49: Deutschland und weltweit ist natürlich nicht überall, aber in vielen Medien und in vielen Regierungen leider anti-israelisch derzeit.

00:35:02: Ein wichtiges, weil was Sie sagen das stimmt.

00:35:04: Das ist echt sehr oft dass dann so eine Überschrift verknabbt ist Israel greift XY an das vorher aber XY das kommt dann irgendwann erst dem Text quasi und erweckt natürlich einen falschen Eindruck.

00:35:15: Das hat man ganz ganz toll gesehen.

00:35:17: zum Beispiel ja mit dem Frisboller Krieg.

00:35:20: Die haben israel am achten oder uns am achte zehnten angegriffen Und dann immer wieder angegriffene Aber immer erst in israel sich überhaupt mal angefangen hat zu werden.

00:35:30: es hat ja lange gedauert bis israel wirklich Wie im Moment reingegangen und angefangen hat da wirklich Sachen zu verändern strukturell.

00:35:38: Da heißt es dann, Israel greift die Rispoller an oder er greift den Libanon an ist ja noch schlimmer weil in Israel greifts per se schon mal nicht den Libananon an sondern immer die Respollerstellungen.

00:35:49: Man kann sagen greift Rispollarstellungen im Libanone an das wäre okay.

00:35:53: aber Es wird ganz oft auf eine Art und Weise verknabbt, die halt ne Tendenz hat.

00:35:59: Die die Wirkung haben soll dass Israel der Boomann ist Und Medien haben Macht Wenn man solche Überschriften über eine längere Zeit liest.

00:36:07: Man kann auch nicht von jedem Menschen in Deutschland oder Europa oder der Welt erwarten Dass sie diesen Konflikt verstehen.

00:36:13: Also ich meine es gibt ja Konflikte in Afrika Von denen ich weiß wie bestehen Aber ich verstehe sie ja auch nicht komplett inhaltlich im Detail.

00:36:21: Deswegen ist es so wichtig, dass man guten Journalismus macht.

00:36:24: Dass wenn man eben nicht ein hundertprozentem Thema ist das man trotzdem keine Tendenz bei dem Leser auslöst.

00:36:30: Wir sprechen gleich über den siebten Oktober der ja eine Zäsur Nicht nur in der naostgeschichte ist sondern auch in ihrem buch im prinzip darstellt.

00:36:41: Was mich aber vorhin interessieren würde Sie sind Aber ich glaube es war zwanzigzwanzig tatsächlich nochmal mit zack und pack nach berlin zurückgegangen warum?

00:36:51: Das passt zu der vorletzten Frage.

00:36:55: Durch diesen zwanzig-, einundzwanzig Krieg hab ich halt festgestellt das wird mit dem Arbeiten jetzt so schwieriger.

00:37:00: Ich habe dann noch weiter gearbeitet Dann ist meine Tochter auf die Welt gekommen Und dann war klar okay mit zwei kleinen Kindern beide unter zwei Jahren also die zwei unter zwei Wird das schwierig.

00:37:11: und mein Mann typischer israeli noch nie außer im israelskled hat gesagt Ja komm dann gehen wir halt nach Berlin.

00:37:18: da hatte ich halt einen Job.

00:37:21: Das war das Jahr, in dem Tel Aviv gewohnt.

00:37:25: Das ist die teuerste Stadt der Welt.

00:37:28: Wahnsinnig mit den Mögen für eine junge Familie und dann falle ich quasi auch so ein bisschen aus.

00:37:33: Dazu muss man wissen Kindergärten sind nicht wie in Deutschland sondern die kosten hier.

00:37:37: tausend Euro aufwärts für einen ganz normalen Kindergarten.

00:37:40: also auch jetzt nichts pompöses, nichts luxuriesiges, mein ganz normaler... Kindergarten unter drei Jahren, ein tausend Euro aufwärts jetzt.

00:37:46: Mittlerweile, das war damals jetzt die Preise bei tausenfünfhundert Euro auf wärts.

00:37:51: Ja und das muss man ja auch erst mal verdienen und es muss ja Sinn machen, das ne?

00:37:55: Und dann sind wir nach Berlin gekommen und wir haben da einen koscheres israelisches Catering aufgebaut mit meinem Mann, der ist Koch.

00:38:03: Also ganz weg vom Journalismus.

00:38:05: Nee ich fahre weiter in den Journalismus aber habe es mit ihm gemeinsam aufgebaut.

00:38:08: Das müssen sie auch mal vorstellen Mit zwei kleinen Kindern!

00:38:11: Wahnsinn Wie ich das gemacht habe, weiß ich nicht.

00:38:14: Oder wir?

00:38:15: Ich hab auch wirklich nicht getraffend zu der Zeit.

00:38:17: Aber es hat alles funktioniert und es war eine tolle Zeit.

00:38:19: Wir haben uns in der jüdischen Community gehadert die israelische Botschaft, wir haben die Synahogen gehadet.

00:38:25: Ich hab weiterhin für meine Zeitung gearbeitet im Politik-Auslandsressort.

00:38:30: Es war alles ganz gut.

00:38:33: Mein Mann hat dann gemerkt, dass so ganz ohne Sonne und Sommer in Deutschland er vielleicht auch nicht für immer glücklich wird.

00:38:38: Also es war klar, wir würden wieder zurückgehen!

00:38:43: Maximal würden wir bleiben bis unser Sohn in die Schule muss.

00:38:46: Hier ist er.

00:38:48: Aber dann sind nach anderthalb Jahren, als wir da waren, ist dann der siebte Oktober passiert und am zehnten Oktober haben wir gesagt okay, wir gehen zurück.

00:39:00: Wie haben Sie den Tag erlebt?

00:39:01: Und die Tage danach?

00:39:03: Der siebten Oktober ist bis auf den Tod meiner Mutter mit Sicherheit das schlimmste Tag meines Lebens gewesen.

00:39:12: Das is... Wahnsinn gewesen.

00:39:15: Weil man auch so weit weg war von allen Menschen, die einem wichtig sind.

00:39:21: und ich hatte mehr als eine Person am Telefon an dem Morgen aus Israel, die geweint hat, die geschrien hat, sie und Haraketen waren.

00:39:32: Mein Mann hat Menschen verloren an dem Tag.

00:39:37: Es gibt niemanden in Israel der nicht jemanden verloren hat.

00:39:40: Und die Bilder, die dann immer wieder reinkamen.

00:39:42: also es war ja wirklich Ich habe das erste Bit gesehen aus der Sterobe mit den alten Menschen, älteren Menschen an der Bushaltestelle die erschossen dort lagen und dann die Autos.

00:39:53: Und da wussten wir okay ich brauche Wasser.

00:39:57: kein Problem

00:40:00: ist ein emotionales Thema.

00:40:03: und Dann hab' ich aber auch sofort in den Arbeitermodus eingeschaltet und bin habe Podcast Aufnahmen gemacht und gearbeitet und Dann bin ich in diese Menge reingefahren von Männern, die Süßigkeiten verteilt haben.

00:40:21: Wie gesagt in der Köln und ich habe gar nicht erst mal verstanden was los ist, warum sind hier so viele Leute?

00:40:27: Was wird hier gefeiert?

00:40:28: Was ist

00:40:28: los?".

00:40:28: Und ich war ja auch selber in so einem Delirium.

00:40:30: Man ist ja selber in einem Schockzustand alles um einen Raum rauscht einfach nur!

00:40:37: Und dann habe ich verstanden, warum und was die feiern.

00:40:39: Dann dachte ich, das kann doch nicht wahr sein.

00:40:41: Ich wusste, es ist mein Mann erzählt.

00:40:43: Der wusste in der Polizei, warum passiert es?

00:40:46: Dann ging sofort die Demos los.

00:40:47: Dann haben wir diese Ausschreitungen gehört im Neukölln.

00:40:52: Die nächsten Tage haben wir uns total verbarrikadiert.

00:40:55: Unsere Kinder konnten nicht in den jüdischen Kindergarten gehen.

00:40:57: Die ganze Jüdische Gemeinschaft war natürlich unter Schock.

00:41:01: Aber auch wahnsinnig enttäuscht von Freunden ... die sich an dem Tag oder danach nicht gemeldet haben.

00:41:07: Die irgendwie nicht verstanden haben, wie schlimm das ist.

00:41:11: und dann kommen immer diese Nachrichten rein mehr Entführungen.

00:41:14: Dann sieht man Kinder, die entführt werden.

00:41:17: Das war das.

00:41:19: Dann war klar, dass wir nicht da bleiben würden, dass es nicht der richtige Ort ist.

00:41:25: Und...dann kam ...das wir plötzlich ins Visier genommen wurden.

00:41:31: also ich habe plötzlich Nachrichten bekommen von Menschen auf Social Media, die geschrieben haben.

00:41:37: Du solltest nach Gaza verschleppt werden und Gruppen vergewaltigt werden.

00:41:41: Und du sollst umgebracht werden.

00:41:42: Deine Kinder werden zum Islam konvertiert und du wirst

00:41:45: getötet.".

00:41:46: Unser Catering wurde angegangen auf den Social-Media-Plattformen.

00:41:50: Ich musste unsere Adresse rausnehmen aus dem Impressum weil es zu gefährlich wurde.

00:41:55: Hassnachrichten also wo man sich denkt.

00:41:59: Moment wir sind gerade im schlimmsten moment.

00:42:02: Er fahren jeden Tag mehr schlimme Grolltagen, die da getan werden.

00:42:06: Jeden Tag steigt die Todeszahl der Menschen an und anstatt dass einfach mal jemand oder eine Gesellschaft so den Umarmung einlegt und sagt hey das ist furchtbar lehnt dich an wir sind für dich.

00:42:19: da hatten wir noch das Gefühl werden damit alleine gelassen und dieses Gefühl hat sich dann ja über die Zeit hinweg noch verschlimmert.

00:42:29: wenn man das öffentlich angesprochen hat wie ich es natürlich auch getan habe Da ist man in der Opferrolle.

00:42:34: Dann heulen wir rum und wir heulen wirklich gar nicht rum in Israel, also das ist auch gar nicht unsere Mentalität, die jüdische Mentalität ist gar nicht umheulen.

00:42:43: aber trotzdem dieses Gefühl von Menschlichkeit hat mir sehr weh getan dass es gefehlt hat.

00:42:50: Es hat mich auch in Deutschland enttäuscht.

00:42:52: Die Demos?

00:42:52: Wo waren die Demos Gegen rechts?

00:42:55: was Tolles kriegt man weiß ich nicht wie viele Menschen auf die Straße Für den Iran auch für die Ukraine auch War überall da.

00:43:02: Ich war gegen ... Also, toll!

00:43:06: Aber wo waren denn alle für uns?

00:43:08: Und das ist dann sehr offenbaren und schmerzhaft.

00:43:11: Dann denkt man sich okay Moment ich dachte dieses Land hat mir gesagt nie wieder.

00:43:16: Und dann ist dieses nie wieder wirklich plötzlich sehr deutlich ein Wider.

00:43:24: Vor allem diese Demos gibt es ja bis heute.

00:43:28: Bis heute, auch jetzt die Tage konnte man es erst wieder sehen.

00:43:32: Sind da Menschen auf der Straße unterwegs und ja... Man kann's nicht an das Sagen speien ihr Gift hinaus?

00:43:39: Was macht das mit ihnen?

00:43:42: Es macht glaube ich vieles.

00:43:43: Er härtet ein bisschen innerlich, verhärtet einen leider ein bisschen.

00:43:46: Ich höre das auch von anderen dass ... Man bekommt so eine innere Härte, die man von sich selber nicht kennt.

00:43:56: Und das ist kein schönes Gefühl, weil eigentlich möchte ich weich sein und möchte keine Härte spüren.

00:44:01: Ich glaube es möchten die wenigsten Menschen und man möchte offen bleiben.

00:44:06: Ich möchte auch nicht Menschen gegenüber treten und jetzt immer Vorurteile haben oder Ängste haben sie ja auch keine Art zu leben.

00:44:14: Und auf der anderen Seite bekommt man aber so ein bisschen dieses okay Moment wie waren für alle da?

00:44:19: Wir haben alle unterstützt egal nicht unterstützt ihr auch weiterhin.

00:44:23: Aber wenn ich dann sehe queers for Palestine Die ganzen Feministinnen, Menschenrechtsorganisationen.

00:44:33: Alle lassen einen fallen und wir sprechen von Terrororganisation die Babys getötet haben Und ihr setzt euch mit solchen abscheulichen Gestalten auf eine Seite wegen eures Antisemitismus.

00:44:50: Da bekommt man so ein bisschen einer Haltung Okay ist es wir gegen den Rest der Welt.

00:44:55: uns ist mir jetzt auch egal was mit euch ist.

00:44:57: dann müsst ihr es vielleicht auch auf die harte Tour lernen.

00:44:59: Vielleicht müsst ihr verstehen, was Islamismus bedeutet damit ihr endlich anfängt mit uns an einem Strang zu ziehen.

00:45:09: aber ist natürlich nicht der Weg den ich menschlich so spüren möchte.

00:45:12: da holt man sich dann wieder zurück und sagt nie komm'n.

00:45:15: Aber manchmal hat man solche Momente.

00:45:16: das ist nicht leichtes zuzugeben aber es gehört halt auch zur Realität dazu.

00:45:23: Es ist ja auch menschlig dass man ab einem gewissen Punkt Ehrsinnige Mischung aus Enttäuschungen und ja auch Wut und Zorn.

00:45:34: Trotz hat man auf jeden Fall auch.

00:45:36: Sie jetzt haben schon Freundschaften angesprochen, Freunde die sich nicht gemeldet haben sind darüber auch Freundschaft zerbrochen?

00:45:42: Ja viele viele.

00:45:45: und eine Freundschaft hat mich tief getroffen.

00:45:48: ein Kollege und ein guter Freund der türkische Familie hat und Muslime ist.

00:45:57: Und bei mir zu Hause war mit meinen Kindern jüdische Feste gefeiert, hat ein ganz feiner Mensch einen kluger Mensch.

00:46:05: Ich habe mich immer so gefreut dass wir es schaffen über diese Vorurteile weg, diese Freundschaft so tief und innig zu pflegen.

00:46:14: er kennt mein Mann meine Kinder wie gesagt und hat mich komplett im Stich gelassen.

00:46:21: ich hab's angesprochen und er konnte öftlich sich nicht gegen die Ramas positionieren aufgrund seines Umfeldes.

00:46:31: Und das finde ich so schwierig, das fand ich so enttäuschend weil was ist das von Umfeld?

00:46:39: Ich sag ja nicht, ich distanziere dich ne von deinem Glauben!

00:46:41: Das würde ich niemals verlangen, lebt dein Glaubens und du lebst ihn ja gut und friedlich und wir sind Freunde.

00:46:46: aber du kannst sich doch gegen eine Terrororganisation stellen.

00:46:49: und da habe ich mich im Stich gelassen gefühlt und die Freundschaft ist zwei Wochen ein.

00:46:56: Jetzt haben sie schon gesagt es gab am Anfang Also das war auch mein Gefühl, eine irrsinnige Solidaritätswelle erst mal.

00:47:02: Also

00:47:03: für drei Tage oder?

00:47:04: Ersten Tag!

00:47:06: Ich habe das Gefühl... Das hat allerspätestens dann auch politisch geendet als der Militäreinsatz in Gaza begonnen.

00:47:14: Wie war da Ihr Eindruck?

00:47:16: Ähnlich.

00:47:16: aber ich muss sagen also diese Solidarität und dieses Rufen nach Gaza, das fing ja schon an bevor wir diese militärische Operation gestartet haben, das kann man ja heute noch nachvollziehen auch auf meinem Twitter Account zum Beispiel oder X-Account.

00:47:30: Da ging das schon los, wo ich gedacht habe Moment aber da ist doch noch nichts in Gaza passiert.

00:47:34: also derzeit werden zweihundert sechsundfünfzig Geisen in Gaza festgehalten darunter ein Dutzend Kinder und Jugendliche Frauen alles Zivilisten.

00:47:45: also es waren ja sehr sehr wenig Soldaten die dann noch gefangen gehalten wurden Also natürlich auch die Mädchen alte Menschen.

00:47:55: Aber alle sprechen davon, aber in Gaza gibt es jetzt nichts zu essen oder kein Elektrizier.

00:48:00: Da war noch nichts passiert!

00:48:02: Kein einziger Helikopter über Gaser geflogen und da waren noch keine Rakete gefahren.

00:48:07: Nichts.

00:48:07: Und er dachte ich verstehe nicht warum er schon etwas spricht was noch gar nichts passiert ist anstatt darüber zu sprechen wie kriegen wir diese Zweihundertsechsundfünfzig Menschen schnell sicher nach Hause?

00:48:19: Und da waren ja auch deutsche Staatsbürger dabei.

00:48:23: Ich hätte mir gewünscht, dass da wirklich alle Länder sich zusammengeschlossen hätten.

00:48:28: Und gesagt hätten Druck gemeinsam gemacht hätten auch mit einigen arabischen Ländern und gesagt hätten Ramas ihr setzt jetzt die Geisen frei dann kommt ja aus der Nummer auch nicht komplett raus weil tausend zweihundert Menschen haben die trotzdem brutal ermordet.

00:48:41: aber es wird vielleicht anders laufen Aber das kamen nicht Und das finde ich schockierend.

00:48:46: Dann Israel in den Pranger zu stellen, ich möchte mal sehen, wenn jemand in Deutschland einfällt und das Eck viele Valente ... Ich weiß, es wurde immer umgerechnet, ja keine Ahnung wie viele tausend Menschen, hunderttausende Menschen müssten da getötet werden an einem Morgen?

00:48:58: Und dann sagt man Deutschland jetzt lehne dich mal zurück!

00:49:00: Jetzt regt dich nicht so auf, jetzt mach'n hier so eine Welle weil das arme Frankreich nebenan oder ist jetzt noch als rumgesponnen.

00:49:06: Ja Das würde doch nicht passieren, wenn da noch Tausende Männchen eines Geisen gehalten würden.

00:49:11: Da würde man sagen jetzt aber wir müssen die Kinder daraus mitbrauchen und sind unsere Familien zurück.

00:49:17: Also ich kann das gar nicht nachvollziehen, gar nicht.

00:49:22: Sehr enttäuscht mich.

00:49:23: Sie haben es vorhin angesprochen in dem Buch Schilderns ist auch sehr eindringlich.

00:49:28: Diese Quenz spielt während eines Raketenangriffs wo sie ihn in den Bunker müssen und da schreiben sich... Ich frage mich ob wir unseren Kindern mit der Entscheidung nach Israel zurückzugehen weil das sind sie ja dann nach Berlin vielleicht etwas Schlimmes angetan haben?

00:49:42: Da frage ich mich Ist da ein Szenario denkbar?

00:49:47: Ein Punkt, eine rote Linie wo sie sagen bis hierher und nicht weiter ich muss aus Israel wieder weggehen.

00:49:54: Ich

00:49:58: habe das im Ronsheimer Podcast gesagt.

00:50:01: er hat mich das auch glaube ich gefragt.

00:50:03: so in der Art wenn israel sich nicht mehr selbst verteidigen kann dann sehe ich mich als Mutter in der Pflicht meine Kinder hier rauszuholen.

00:50:14: mein Mann ohne den ich natürlich niemals gehen würde, der sieht das vielleicht anders.

00:50:20: Ich glaube, er hat die Mentalität, dass er lieber hier stirbt anstatt in einer Welt zu leben, in der es kein Israel mehr gibt und ich gehe da auch ein Stück weit mit!

00:50:31: Ich bin da sehr gespalten weil auf der einen Seite eine Welt ohne Israel ist auch keine gute Föhnung Jüdinnen bis ihr jetzt schon nicht um Israel existiert.

00:50:40: was wäre hier los ohne Israel?

00:50:42: Auf der anderen Seite, ich bin Mutter und das sind meine Kinder.

00:50:45: Und dieser EU-Instinkt ist ja seine Kinder zu schützen!

00:50:50: Das heißt würde ich vor die freie Wahl gestellt werden in dem Moment wo Israel sich nicht mehr selbst verteidigen kann.

00:50:55: wahrscheinlich würde ich versuchen meine Kinder zu Schützen und hier rauszuholen.

00:50:59: Nicht dass Deutschland das tatsächlich tun würde.

00:51:01: Das haben wir in den letzten Kriegen auch gesehen.

00:51:03: Da mangelt es an Erhilfsbreitschaft auf deutsche Staats.

00:51:06: Ich wollte da nicht ausfliegen aber ich weiß... richtet deutsche Staatsbürgerinnen kaum hier rausgekommen sind, auch nicht mit Babys.

00:51:17: Ich glaube der liebe Gott, ich hoffe also dann wäre es mir lieber die Rakete fällt auf mein Haus und ich muss keine Entscheidung treffen, glaub' ich ist schwierig weil wohin auch?

00:51:26: Schwierig!

00:51:27: Wäre Deutschland eine Option?

00:51:29: Nein, nein, warum?

00:51:33: Deutschland hat mich jetzt so viele Jahre so oft enttäuscht plus meine Familiengeschichte.

00:51:41: Das gibt tolle Menschen in Deutschland.

00:51:44: Es gibt so viele Gute sind Deutsche, ich bin Deutschen auch.

00:51:46: für so viel das so dankbar!

00:51:47: Ich bin ja da aufgewachsen und es gibt ja gute Sachen.

00:51:50: Aber von der Emotionalität her... Und ich muss sagen, ich fühle mich halt nicht mehr sicher.

00:51:54: Also aber ich weiß, es gibt Menschen die sagen, komm zu uns wir haben eine Wohnung, wir verstecken euch Wir haben eine Zusatzwohnung, ich habe solche Nachrichten bekommen tatsächlich nach dem siebten Oktober.

00:52:04: Und ich glaube, es gibt... Ich habe letztens zu meiner Mange gesagt Es waren Fehler nach Berlin zu gehen.

00:52:09: Ich glaube wenn man nach Deutschland geht als Union Jüdinnen also Berlin ist wirklich nicht der place to be.

00:52:15: aber ich glaub zum Beispiel München da läuft das noch anders.

00:52:18: dann gibts vielleicht noch ein bisschen schöner.

00:52:21: und ich glaube es gibt auch so ein paar ruhigerisch Ecken die wahrscheinlich sicherer für uns wären.

00:52:26: Aber wären wir da jetzt glücklich?

00:52:29: Auf einer Leserei war ich an der ganz schönen alten Synagoge und das Publikum war furchtbar.

00:52:35: Und ich habe mich so erschrocken, dass ein schöner Retterabend und das Publicum ... War so besser wisserisch!

00:52:44: Und so uneinsichtig!

00:52:46: Und wollte auch gar nichts hören.

00:52:47: Egal was ich vorgelegt hab, die wussten alles besser.

00:52:50: Was ist denn mit den Menschen in Gaza?

00:52:52: Aber sie waren eigentlich Menschen, die sich ja oft dafür positiv interessieren.

00:52:57: trotzdem sehr vehement in ihrer Meinung.

00:52:59: Ich dachte, ich würde jetzt auch nicht glücklich werden, obwohl das ein schöner sicherer Ort ist!

00:53:05: Es gibt ja noch andere schöne Orte... Ich wollte es gerade

00:53:08: jedem sagen.

00:53:09: Zwischen München und Berlin ist ja noch etwas.

00:53:12: In meiner Heimatstadt ist Hamburg und Prag.

00:53:15: Prag ist super toll für jüdisches Leben.

00:53:18: Die ganzen israelischen Star-Küche brechen ihre Zelte, ihre Restaurantselte in Deutschland gerade ab leider.

00:53:24: Und wo wieder öffnen sie?

00:53:25: In Prag weil da läuft alles noch ein bisschen sicherer.

00:53:29: Tschechien steht ja auch von der anderen Seite Israels.

00:53:32: Budapest ist toll für videoes Leben, Portugal soll toll sein und immer noch für Israelis auch.

00:53:39: Also ich glaube es gibt schon ein paar Orte wo man hinkönnte aber wäre mir lieber wir würden hier in Israel mal die Kurve kriegen aus schönes tolles Land.

00:53:46: Wir haben auch innerpolitisch genug vor uns

00:53:49: dieses Jahr.

00:53:50: das ist jetzt nicht Thema heute Aber Israel steht vor großen Herausforderungen auch innerhalb israels in der Gesellschaft.

00:53:59: Vielleicht um den Themenkomplex kurz abzuschließen, jetzt mit fast drei Jahren Zeit die passiert ist und alle Hand was wieder dazwischen passiert ist.

00:54:11: Was würden Sie sagen?

00:54:11: Welche Spuren, welche Wunden vielleicht aber auch welcher alten Wunden hat der siebte Oktober hinterlassen Schrägstrich wieder aufgerissen in Israel?

00:54:23: Ja, man muss ja wissen das Buch habe ich schon vor vielen Jahren angefangen zu schreiben.

00:54:28: Aber ich hab es jetzt tatsächlich erst wirklich fertig geschrieben nach dem siebten Oktober und das passt ganz gut zur der Frage denn alte Wunden hat das ganze extrem aufgerissen.

00:54:37: Denn dieses Gefühl und diese Erzählungen die ich von meiner Familie kenne dass man auf die Straße tritt und sich nicht mehr zieldisch erkennbar sicher fühlt Dass man bespuckt wird, dass man angegriffen würde Das kenn' ich Ich jetzt Und das kannte mein Großvater, meine Ur-Großmutter und meine Großtante.

00:54:57: Dass man Angst hat in die Synagoge zu gehen, dass man anfängt sich mehr zu verstecken, kenne ich.

00:55:04: Ich meine meine Urgroßmütter hatte zwei Kinder.

00:55:07: Ich habe immer gesagt wir sind nicht in der Shoah.

00:55:11: Die Shoah ist Singular.

00:55:14: Das gab es nie und wird hoffentlich auch so nie wieder geben.

00:55:18: Aber diese Gefühle und Ängste, die meine Familie gespürt hat, spüre ich zum Teil heute schon wieder.

00:55:25: Weil sich viel wiederholt.

00:55:27: Dass man ausgegrenzt wird oder angegriffen wird, dass man Angst hat zu erkennen zu geben ... Das sind Sachen, die meiner Familie damals kannte, die wir kennen.

00:55:36: Und das hat diese Wunden aufgerissen und diese neue Wunde... Ich dachte vielleicht ein bisschen naiv manchmal.

00:55:44: dass Deutschland dazugelernt hätte.

00:55:46: Und ich glaube, es gibt ganz viele tolle Menschen, die dazugelehnt haben.

00:55:49: aber das wird nicht konsequent durchgegriffen und es wird auch nicht.

00:55:52: wie gesagt wo sind die hunderttausend Menschen in Deutschland auf die Straße gehen für jüdisches Leben?

00:55:59: Neukölln war's ganz toll in der unserer Synagoge dort.

00:56:01: da gab's diese Nachbarschaft jetzt sich jeden Abend vor die Synagoe, Freitagabends nicht jeden Abend freitag abends vor die Synergoe gestellt schützt vor die synagoe gestellt und das waren tolles Zeichen.

00:56:13: Aber das ist natürlich nicht genug auf ganz Deutschland umgesetzt.

00:56:18: Und wenn man sich die steigenden Antisemitismus-Zahlen am guckt, ich kenne so viele Menschen, die angegriffen wurden und werden ... Nee!

00:56:27: Ist nicht gut.

00:56:28: Nichts Gute Moment.

00:56:29: Da nimmt man mit, dass das Vertrauen verloren gegangen ist.

00:56:34: Das nie wieder bedeutet.

00:56:35: Sie haben die Zahlen jetzt schon angesprochen?

00:56:39: Der Bundesverband Rias veröffentlicht dir leider die Edition.

00:56:44: Vor sechs Jahren war es noch unter zweitausend gemeldete Vorfälle, inzwischen sind wir stabil bei achttausend siebenhundert und ein bisschen was.

00:56:52: Das ist nicht nur eine enorme Zunahme das macht ja auch im Alltag etwas mit Menschen.

00:56:57: Zunächst mal die Frage wie sicher oder unsicher ist Deutschland inzwischen für Juden?

00:57:03: Und Folgefrage gleichmit Sie haben schon gesagt man hat Angst sich gerade im öffentlichen Raum zu erkennen zu geben.

00:57:10: Das heißt wie muss man sich denn Versteckt, zurückgezogen.

00:57:14: Vorsichtig muss man sich denn den Alltag mittlerweile als Jude und Jüdin in Deutschland vorstellen?

00:57:26: Die erste Frage war jetzt... Wie sicher oder unsicher ist es hier?

00:57:29: Ich glaube wenn wir das so ein bisschen im Vergleich setzen, also wenn ich mit befreundeten Juden aus Frankreich spreche, dann ist Deutschland sicherer.

00:57:41: Oder auch vielleicht Spanien.

00:57:43: Wenn man aber wie gesagt mit Jürgen und Jüdinnen aus Tschechien oder Bulgarien spricht, dann ist es da sicher rauere Kroatien als in Deutschland.

00:57:52: Ich glaube persönlich dass Deutschland nicht sehr sicher ist für Jürg-und-Jüdinnen.

00:57:57: Das zeigen zum einen die Zahlen.

00:58:00: das kriege ich ja schon auch wieder gespiegelt von einem Teil der Community Die ich die ja trotzdem noch kenne um den Kontakt bin auch wenn ich nicht mehr dort lebe.

00:58:11: Es gibt Ungefähr hunderttausend, vielleicht ein bisschen weniger.

00:58:15: Vielleicht ein bisschen mehr in der Dunkelziffer Juden in Deutschland.

00:58:20: Ein klitzekleiner Prozentsatz davon zeigt sich jüdisch mit dem heißt David Sternkette-Kieper Otto Doks Saddlok vielleicht minimal um ihrem acht tausend Angriff und Übergriffe auf eine absolute Minderheit innerhalb einer Minderheit Gibt.

00:58:42: keine andere Gruppierung, von der es übrigens viel mehr Menschen gibt in Berlin und Deutschland die so viele Angriffe hat.

00:58:51: Das ist sehr besorgniserregend!

00:58:56: Ich bin eine sehr stolze Yudel und habe mich nie versteckt.

00:58:59: auf meiner Lesereise an Bahnhöfen, Taxifahrten... In den Zügen habe ich schon geschaut, wer um mich herum ist.

00:59:09: Kann ich das zeigen?

00:59:09: Kann ich es nicht zeigen?

00:59:10: War schon sehr aufmerksam und bedeckter!

00:59:13: Und meine Kinder würde ich wahnsinnig gerne mehr nach Deutschland bringen.

00:59:17: Familie, Freunde sehen und trauen mich das nicht.

00:59:19: Ich war meine Kinder sprechen Englisch aber meine Kinder sprachen eben auch hebräisch.

00:59:24: Sehr schwer zu kontrollieren ihnen zu sagen, sprich kein Hebräisches.

00:59:28: Es sind Kinder.

00:59:29: Genau und ich will denen das eigentlich nicht sagen müssen.

00:59:33: sollen sich ja frei unterhalten können und das traue ich mir im Moment nicht zu, die nach Deutschland zu bringen.

00:59:41: Vielleicht noch mal zur Frage zurück.

00:59:42: also wie versteckt?

00:59:46: Wie vorsichtig muss man sich es dann im Allgemeinen vorstellen?

00:59:49: Also worauf achtet man quasi was vielleicht der Mehrheitsgesellschaft überhaupt gar nicht bewusst ist, was aber sehr schnell den Alltag prägt und die Vorsicht prägt sobald man Jude hierzulande ist?

01:00:02: Also ich glaube, wenn man jetzt die Hauptstadt sich anguckt gibt es einfach no-go areas mittlerweile für Juden und Jüdinnen zumindest nicht erkennbar.

01:00:12: Es wird übrigens zu jeder Aussage, die ich hier treffe immer auch einen Juden oder eine Jüdin geben, die sagen, nee, ich gehe trotzdem mit meiner Kiefer durch Neukölln.

01:00:21: Gibt's bestimmt!

01:00:23: Ich würde es denen nicht raten.

01:00:25: Ich glaub auch nicht dass das sehr viele im Moment machen.

01:00:32: Aufmerksam Menschen sind sehr aufmerksam sprechen vielleicht am Telefon.

01:00:38: Also ich weiß zum Beispiel, man guckt auch, dass niemand aufs Handy guckt oder man macht was drauf damit man israelische Freunde in Berlin, damit man jetzt nicht sieht wenn man hebräische Nachrichten liest oder Hebräisch schreibt oder sowas.

01:00:52: Leute sprechen vielleicht leise am Telefon oder auch dann nicht hebränisch.

01:00:55: also solche Sachen halt die würden jetzt anderen Leuten nicht unbedingt auffallen.

01:00:59: aber man sieht ja ein paar Wochen da gab es einen ein Vater mit seinen Kindern an der Bushaltestelle in Berlin, der angegriffen wurde.

01:01:09: Jüdisch erkennbar!

01:01:10: Also es passiert... Ich kenne jemandem, dem wurde so'n Cocky-Net über den Kopf gezogen weil er mit einer Kieper in einem Café saß.

01:01:17: Es gibt Angriffe.

01:01:19: Jetzt gerade hat jemand gepostet von paar Tagen ich bin grad nicht viel bei Social Media aber das hat mir jemand geschickt dass er irgendwie eine David Sternkette getragen hat und angegriffene Wurde im Supermarkt.

01:01:29: also ist passiert schon.

01:01:30: Aber das darf man auch nicht lieb Das wird auch nicht immer alles in den Medien gezeigt und jeder ist ja auch öffentlich.

01:01:36: Und einige Menschen haben übrigens Angst, also ich kenne Menschen die hatten Übergriffe oder unangenehme Situationen.

01:01:41: Schulen, öffentliche Schule in Deutschland.

01:01:46: aber die gehen damit nicht in die Öffentlichkeit weil sie wollen ja gar nicht erst dass man sich dann erst recht noch mehr sieht und noch mehr Aufmerksamkeit sind.

01:01:51: und dann ja okay okay dann wechseln wir die Schule auf eine ödische Schule und das ist kein Thema mehr.

01:01:56: es gibt derzeit oder jetzt vielleicht aktuell war vor ein paar Monaten Gab es eine Warteschleife, schwarze Schlange?

01:02:03: Warteschlange sagen wir auf Deutsch.

01:02:05: Warte Zeit für jüdische Schulen, weil die so plötzlich einen Andrang haben, weil man die jüdischen Kinder von den staatlichen deutschen Schulen unternimmt und wird das thematisiert in den Medien ein.

01:02:15: Das besprechen wir in der jüdischem Community.

01:02:18: Und das sind so Sachen auch zum Beispiel Skatering dass wir hatten, was habe ich irgendwann mal drüber geschrieben.

01:02:23: Was niemanden bewusst ist, ein jüdisches Katering.

01:02:26: Wir mussten in einer... Institutionen kochen, die jüdisch ist.

01:02:31: Koscher isst?

01:02:33: Die Geheimis!

01:02:34: Die Adresse ist nicht öffentlich.

01:02:36: Wir können kein Liefer-Service benutzen.

01:02:38: wir mussten als einen eigenen Lieferanten anstellen damit das sind sensible Daten Das geht ja hauptsächlich an jüdische Familien.

01:02:45: Also da kommen so viele Sachen die man sich glaube ich und das kann man auch nicht wissen wenn man selber nicht betroffen ist.

01:02:51: aber es kommen viele viele Dinge dort zusammen.

01:02:54: Ich bin mal laut laut weil sich dann nach dem siebten Oktober war ich doch irgendwann ein bisschen bockig bin ich nämlich in der Köln und da haben sie jetzt dieses Graffiti, dieses Hamas-Dreik dran gemalt.

01:03:04: Am Herdmannplatz wo der Kasche ist.

01:03:08: Und dann standen die ganzen Leute, die so gegen Israel hetzen und dann habe ich einfach das ist bis Auto, Fenster runtergemacht, Beine Fenster darunter gemacht und dann haben wir die hebräische Musik laut aufgedreht um den Losgerast.

01:03:22: aber eine Sekunde hab' ich mir die Blicke gegönnt.

01:03:27: Man hat so bockige Momente, aber ich hab hinterher auch gedacht.

01:03:31: Aber das war schon ein bisschen doof weil an der nächsten Ampel steht man vielleicht und dann steht man so alleine als Frau in seinem Auto.

01:03:37: Ich würde es jetzt nicht mit meinen Kindern machen natürlich, aber manchmal hat man diesen... Und das fühlte sich toll, haben ganz viele jungen Jüdinnen in Deutschland und auf der Welt generell.

01:03:46: Wir sind so stursch und wir wollen uns nicht mehr verstecken, wir wollen eben nicht für unsere Großeltern.

01:03:50: Wir wollen nicht sagen, wir verstecken uns jetzt nur in den Kopf ein.

01:03:53: Sondern wir wollen schon auch unsere Kieper tragen und wir wollen unseren David Stern zeigen.

01:03:57: Und wir wollen sagen wir sind hier und wir gehören auch hier hin.

01:03:59: Ich habe deutsche jüdische Freunde.

01:04:01: wie sagen sie lieben Deutschland?

01:04:02: Sie werden Deutschland niemals verlassen wenn sie der letzte Jude sind der in Deutschland stirbt.

01:04:08: Das darf man schon auch mal anerkennen.

01:04:10: die gehören ganz normal zu Deutschland dazu wie alle anderen.

01:04:14: Aber hallo!

01:04:16: Jetzt haben sie gesagt es gibt Unterschiede zwischen den Ländern Tschechien.

01:04:21: Ist man sicherer als in Deutschland?

01:04:22: In Deutschland sicherer, als in Frankreich.

01:04:24: Woran liegt es?

01:04:25: Was macht den Unterschiede?

01:04:27: Die Regierung ist die Regierung mit Frankreiches extrem links und anti-israelisch genauso in Spanien.

01:04:35: In Deutschland sind wir irgendwo so dazwischen.

01:04:38: Wir sind eigentlich mit Israel aber auch oft genug sagen wie was doof ist über Israel weil wir wollen ja nicht alle verärgern.

01:04:46: Es ist ein bisschen das Fähnchen im Wind.

01:04:48: Deutschland Und Tschechien zum Beispiel ist eher konservativ in der Regierung, auch was Einwanderung eingeht

01:04:57: z.B.,

01:04:58: und steht ganz klar an der Seite Israel.

01:05:00: Also würde ich sagen das ist so ein Richtgeber.

01:05:06: Wer steckt hinter dem Hass?

01:05:08: Lässt sich das lokalisieren?

01:05:09: Sind das alles rechtssextreme?

01:05:10: Sind es linkssextreme?

01:05:11: Sind die Islamisten?

01:05:13: Wer ist es?

01:05:14: Sie haben ja das Buch gelesen!

01:05:15: Da stehen jetzt ja drin alle miteinander... Es gibt keine Seite, wo wir sagen könnten.

01:05:21: Da fühlen uns wohl und aufgehoben und sicher.

01:05:23: Das haben so viele Juden und Jüdinnen ihre politische Heimat verloren nach dem siebten Oktober die vielleicht SPD-Grün-Links waren in der Partei sind waren gewählt haben und die dann gemerkt haben okay beim Thema Antisemitismus und Israel schwierig jetzt Aber die werden ja trotzdem nicht zum CDU-Wähler oder FDP-Wehler.

01:05:48: Die verlieren halt einfach so ein bisschen ihre politische Heimat.

01:05:54: Rechtsradikale sind natürlich auch nicht für Israel, ich hab tatsächlich auf meiner Lesung kam jemand zu mir und hat ... Ich kann nicht verstehen wie man die AfD weht Und ich glaube dass die AfD ein Problem auch für die Union Jüdinnen ist.

01:06:09: in Zukunft.

01:06:09: aber wir sind gerade nicht deren Hauptthema sagen wir es mal so.

01:06:13: Aber bei meiner Lesung kam dann jemand zu mir und meinte, ich bin AfD-Wähler oder ich bin in der AfD.

01:06:17: Und ich war so ein bisschen geschockt.

01:06:20: Er meint ja ... Ich bin auf ihrer Lesung und finde Israel gar nicht schlimm.

01:06:23: Dann kam er auch wieder mit Geschwurbeln.

01:06:26: Vielleicht hat Israel den siebten Zehn noch selber geplant?

01:06:29: Und dann sitzt man da so und denkt sich, oh, ich will!

01:06:33: Also rechts ist ein Problem, war immer ein Problem.

01:06:36: Ich wurde von Rechtsradikalen angegangen.

01:06:38: über die Schulzeit haben wir gesprochen.

01:06:39: ich wurde aber auch von Islamisten angegangen und muslimischen Jugendlichen und das hat sich ja weitergezogen.

01:06:45: Islamismus ist ein Riesenproblem.

01:06:48: Islamismus ist nicht gleichzusetzt mit Muslim.

01:06:52: Das machen glaube ich viele und das wird dann schwierig.

01:06:55: Aber man muss aufhören, so zu tun als ob man Islamisten entschuldigen muss.

01:07:00: Weil man möchte ja kein Rassist gegenüber Muslimen sein und das ist ein Riesenproblem in Europa.

01:07:05: Man darf klar benennen es gibt die Islamisten, dass sind Radikale sowie Rechtsradikale wie Linksradikalen.

01:07:11: alle Radikalen muss man sich gleichermaßen vorknöpfen.

01:07:14: auch linksradikaler Riesen-Problem Kuscheln mit den Islamisten.

01:07:19: Die eine Demo, die wir gesehen haben an rechten Linke und Islamisten wo man sich denkt ihr seid doch eigentlich alle gar nicht auf einer Linie aber beim Thema Israel sehr leid ist dann plötzlich.

01:07:28: Aber dieses Jahr.

01:07:29: ich würde sagen islamismus ist das Gewaltpotenzial extrem hoch der Zeit.

01:07:35: Also die Anschläge, das kennen wir ja aus Israel ich glaube dass wird sich leider in Europa das sieht man es werden immer wieder Leute festgenommen.

01:07:42: Gott sei dann gibt's gute Geheimdienstarbeit auf in verschiedenen Ländern Israel natürlich auch aber auch in anderen Ländern.

01:07:49: Aber die Linksradikalen befreuen das schon.

01:07:52: so aus der deutschen Gesellschaft ein bisschen mit heraus ist sehr, sehr gefährlich.

01:07:59: So ein Brandbeschleuniger an der Thematik und Rechte sind immer ein Problem gewesen und werden das auch leider bleiben.

01:08:06: Und irgendwo in der Mitte befinden sich dann so Menschen wie ich und sie wahrscheinlich Die sich wünschen dass man einen respektvoll tolerant miteinander lebt bis zu bestimmten Grenzen.

01:08:23: Gerade wenige Tage bevor du das Gespräch eraufzeichnen gab es einen islamistischen Anschlag auf den Christopher Street in Berlin.

01:08:31: Aber es ist schon so, die Feinde liberaler Gesellschaften kommen aus ganz verschiedenen Himmelsrichtungen.

01:08:37: Politisch, ideologisch... Was mich mal interessieren würde, jedes Jahr wird beschworen wäre den Anfängen nie wieder wird versprochen.

01:08:50: haben sie das Gefühl Deutschland Macht er genug im Kampf gegen Antisemitismus?

01:08:55: oder geben sie eher den Kritikern recht, die sagen Mensch das sind doch alles nur noch leere Floskeln?

01:09:00: Ja ich glaube so... Ich glaube dass es Menschen in Deutschland gibt und auch in der Politik gibt.

01:09:06: Und auch in einer Gesellschaft gibt, die wirklich viel tun und auf viel versuchen und denen das Thema wichtig ist.

01:09:14: aber ich gebe natürlich, das habe ja schon öffentlich gemacht, den Menschen Recht zu sagen das ist nur noch läre Floskelen Weil man kann sich immer schöne Reden halten an bestimmten Gedenktagen, wenn sich aber die Gesellschaft in eine ganz andere Richtung entwickelt und sich der jüdische Teil der Gesellschaft nicht mehr wohl und sicher fühlt.

01:09:37: Und Menschen gehen oder sich verstecken müssen und sich nicht mehr frei fühlen – dann muss man auch anerkennen dass irgendwas nicht funktioniert!

01:09:47: Es funktioniert was nicht und das sind, ich glaube verschiedene Sachen.

01:09:50: Einmal wie gesagt die Begegnung, die ich am Anfang gesagt habe.

01:09:53: Ich glaube es ist wichtiger dass wir uns begegnen als Menschen Und das andere sind ganz klare rote Linien wieder einzuhalten.

01:10:02: Die roten Linien sind nach dem siebten Oktober sehr verschwommen.

01:10:05: man kann nicht in Deutschland leben und Juden ins Gas brüllen.

01:10:09: Man kann sich in Deutschland Leben sagen und schreiben online.

01:10:13: Ich wünschte Hitler hätte seinen Job fertig gemacht.

01:10:17: Ich kann nicht Menschen angreifen und ich kann nicht, egal links rechts Islamistisch, radikal gegen Frauen.

01:10:27: Homosexuelle freie Meinungen und sein Und einfach immer noch eine Chance bekommen oder vom Radar verschwinden nicht abgeschoben werden.

01:10:39: Es geht nicht darum, grundsätzlich Menschen abzuschieben oder nicht Menschen aufzunählen.

01:10:43: Wir sind ein Einwanderungsland mittlerweile.

01:10:44: Israel ist ein Einwandernungsland.

01:10:46: Ja wir sind hier von allen Herren Ländern und es ist wundervoll!

01:10:49: Und wir haben ja auch unsere Probleme.

01:10:52: Aber wenn Menschen wirklich gegen eine Demokratie sind und gegen Respekt gegenüber Minderheiten dann muss man rote Linien führen.

01:11:00: also entweder kommt man ins Gefängnis oder man geht wohin man woher man gekommen ist wo man glaubt dass man so leben kann.

01:11:05: aber das kann nicht sein.

01:11:06: ich meine wir haben's gerade angesprochen Der Täter oder die Täter waren ja bekannt.

01:11:13: Und man kann ja nicht immer wieder sagen, wir machen noch einen Rehabilitierungskurs und noch was ... Oder es muss einfach Menschen geben, die das besser machen.

01:11:22: Also vielleicht machen wir's auch mal nicht gut genug.

01:11:25: Aber ich bin am Ende ein bisschen israelisch geprägt.

01:11:28: Man hat hier sehr viel versucht für Frieden im Land.

01:11:31: Man hatte Gas abgegeben vor zwanzig Jahren.

01:11:34: Das hat uns in den Oktober eingebracht.

01:11:36: Man hat Zugeständnisse gemacht.

01:11:38: Hier leben zwanzig Prozent Muslime, die studieren und arbeiten.

01:11:41: Also man macht sehr viel.

01:11:44: Und trotzdem treffen wir hier immer wieder auf Terror.

01:11:48: Dann wird Israel immer verurteilt.

01:11:50: In Israel geht es klar gegen Terror vor.

01:11:52: Ich persönlich finde das richtig!

01:11:55: Ich weiß nicht warum Menschen Frauen in Deutschland, die so frei aufwachsen, die alles tun und sein können... sich an die Seite von dem islamistischen Regime im Iran stellen, an der Seite der Rizbollah stellen und an den Seite der Hamas stellen.

01:12:13: Die ihre Rechte nicht würdigen, die Homosexuelle steinigen... ...die so brutal gegen Menschen, ich meine, gegen Palästinenser vorgehen!

01:12:24: Die Kinder für Terror missbrauchen?

01:12:27: Ich verstehe das nicht.

01:12:28: Ich werde das nie verstehen.

01:12:30: Dass man Ich weiß scheiß nicht.

01:12:33: Aber der Hass auf Israel oder auf Lune ist so groß, ich glaube ja tatsächlich das kommt aus einer Unzufriedenheit, aus der Gesellschaft wie wir heute leben.

01:12:42: Menschen sind unzufriedene und brauchen ein Ventil wo man festmachen kann – Das ist das Problem!

01:12:53: Und aus irgendeinem Grund ist Israel das Problem für alles in der Welt.

01:12:58: Und daran kann man dann und dann fühlt man so eine Gruppendynamik.

01:13:01: Wir sind stark, wir sind laut zusammen auf der Straße und wir zerschlagen irgendwas und wir sind gegen die da oben.

01:13:07: Also es ist ein Mitläufer.

01:13:11: Ich finde immer der Film Die Welle zeigt wahnsinnig gut was passieren kann und ich finde genau das passiert gerade wieder.

01:13:19: Wie kriegt man diesen Hass weg?

01:13:24: Kriegt man ihn überhaupt

01:13:25: weg?

01:13:27: Ich glaube leider nicht.

01:13:29: Ich glaube, es gibt so gute Menschen.

01:13:30: Aber es gibt auch wirklich böse Menschen.

01:13:34: und dann gibt's Menschen die Angst haben.

01:13:35: Und aus Angst kann man ja auch rassistisch sein, antisemitisch sein oder homophobes sein.

01:13:39: Es ist keine Entschuldigung!

01:13:42: Aber viele Menschen machen aus unterschiedlichen Dingen schlimme Sachen gegenüber anderen Menschen.

01:13:47: Ich weiß nicht, wie man in den Hass weggekommt.

01:13:49: Israel macht so viele tolle Sachen, wir erfinden tolle Medizin.

01:13:54: Wir sind immer die Ersten an... Das hat man jetzt auch gesehen in Venezuela, die da sind und helfen.

01:14:00: Und wir sind nicht perfekt oder auch nicht alle israelisch.

01:14:03: Ich lehse den guten Menschen und ordentlich.

01:14:04: alle Soldaten sind gute Menschen.

01:14:06: Auch überhaupt dieser Anspruch dass sie alle gut sein müssen das ist ja auch schon wieder so doppelstandard.

01:14:10: als ob jeder Mensch der deutschen Armee super in der Bundeswehr ein feiner Kerl wäre stimmt ja auch nicht.

01:14:16: Ähm, ich glaube so ein bisschen.

01:14:19: der Mensch muss vielleicht in seiner Natur manchmal leider hassen.

01:14:24: Menschen müssen manchmal leider hastens.

01:14:25: Das ist ein trauriger Satz!

01:14:27: So können wir nicht erstes...

01:14:28: Das ist sehr traurig aber so enden wir ja heute nicht.

01:14:30: das ist das Gute.

01:14:32: Ich würde den Block viel lieber auf eine andere Art beenden und zwar mit etwas Positiven was uns vorantreibt Was uns voran bringt?

01:14:42: Was mischt es sich denn Ihrer Meinung?

01:14:44: Sie haben schon gesagt Mehr Gespräche, mehr das Miteinander.

01:14:47: Das ist jetzt eine sehr individuelle Ebene.

01:14:49: der meiste Alltag von uns wird ein paar Ebenen weiter oben politisch geregelt.

01:14:53: Darum die Frage was müsste sich denn in Deutschland?

01:14:55: In Europa in der Welt tun ändern damit jüdisches Leben sicherer?

01:15:03: ich will nicht sagen sicher aber schon mal sicher.

01:15:08: Also, ich glaube der drehen Angelpunkt der Zeit eines ganz großen Hassbeschleunigers weltweit ist das Regime im Iran.

01:15:16: Und ich bin nicht jemanden der für Krieg ist aber ich glaube dass dieses Regime gehen muss weg sein muss aber es ist natürlich sehr schwer umzusetzen.

01:15:27: Aber die sind leider überall in Europa.

01:15:30: wenn sie sich ein bisschen mit dem Thema auch journalistisch auseinandersetzen wissen dass es überall Terrorzellen gibt dass immer wieder Menschen festgenommen werden.

01:15:37: Dass überall Anschläge geplant werden, Waffen geschmuggelt werden in Europa und... Wir waren letztes Jahr im Griechenland im Urlaub Und jetzt wurde jemand festgenommen, wenn ein Hotel in Griecheland der Teil dieser Terrorzelle ist Wenn man sich denkt okay er hat im Hotel gearbeitet In Griechinland das würde man ja jetzt nicht einfach mal so vermuten Aber sie sind halt überall.

01:16:00: Also das wäre schonmal ein Thema.

01:16:02: Und ansonsten glaube ich wie gesagt politisch muss man einfach klare Kante zeigen.

01:16:09: Klare Kanten zeigen, also auch die Richter in Deutschland haben in letzter Zeit oft finde ich schwierige Entscheidungen getroffen was Antisemitismus angeht.

01:16:22: Wir haben Menschen freigesprochen, die Raketen auf Tel Aviv gefeiert haben und es müsste jetzt schon da oben.

01:16:31: Also die Warnzeichen müssten schon mal ein bisschen deutlicher und konsequenter werden.

01:16:34: Sie müssen jetzt kein Lichter da sitzen, der das auch noch abfeiern, wenn jemand dann so ist.

01:16:38: Weil das ist natürlich genau das Gegenteil von dem was man eigentlich braucht.

01:16:42: Ich glaube dass bräuchte es ja konsequenter an, wenn man Straftaten begeht und sich deutlich an die Seite von Juden und Jügel entstellen Und nicht mit Floskeln sondern mit Taten wie gesagt klar erkannt.

01:16:58: aber ich finde das so schön was sie jetzt gesagt haben Das wollen bei meiner Leserreise auch immer alle.

01:17:04: Alle wollen immer positiv enden, aber das Buch...

01:17:08: Und dazu kommen wir nämlich jetzt?

01:17:10: Jetzt kommt man nämlich zum Buch endlich!

01:17:11: Nur im Positiv ist die Lage einfach gar nicht!

01:17:14: Ich wünschte mir abends, aber

01:17:15: so ist es nicht.

01:17:16: Frau Kohlenvandl, jetzt kommen wir eigentlich zum Buch.

01:17:19: Mancher wird sich jetzt gedacht, mein Gott, jetzt haben sie eine Stunde geredet und wir sind immer noch nicht beim Buch.

01:17:23: Jetzt reden wir über das Buch.

01:17:24: Wie kam's eigentlich dazu?

01:17:26: Achso, aber ein bisschen habe ich das schon... Ich habe diesen Koffer gefunden und bin nach Hause gefahren.

01:17:34: Und dann ging es darum, ich glaube ein Monat später Geschichten zu schreiben.

01:17:43: Dann wir so gebrainstompt... ...und dann meinte einen Kollege, sagt man Sarah warum schreibst du das nicht auf mit dem Koffernfund in Auschwitz?

01:17:50: Ich hab da gar nicht dran gedacht!

01:17:53: Ich glaub, manche Menschen denken sich ja auch so ein bisschen an eine Selbstvermarktung.

01:17:56: Die eigene Familiengeschichte ... Aber das war gar nicht meine Idee ursprünglich!

01:18:01: Also es war ein persönlicher Werdegang.

01:18:03: aber dann hat der Kollege das gesagt und hab ich die erste Geschichte aufgeschrieben.

01:18:06: Ich habe noch mal als letzte Interview mit meiner Großzahnte geführt.

01:18:11: Sie hat sich da nochmal alles von der Seele gesprochen.

01:18:13: Das war sehr emotional.

01:18:15: Und sie ist dann auch kurz darauf... Urplötzlich verstorben also wirklich aus dem Nichts war ne tolle Frau Dann, dieser Artikel hat sehr große Wellen geschlagen.

01:18:26: Also der ist auch wirklich bis nach Amerika rübergeschwappt und das war dann plötzlich so überall aufgegriffen worden.

01:18:33: Das war für mich damals ja auch ich war jung und Volontärin Und es war ein bisschen überwältigend in dem Moment und man fühlt sich auch ein bisschen so Ich schlage jetzt aus dem Leid meiner Familie.

01:18:44: Es war irgendwie so ein bisschen... Das ist auch ein komisches Gefühl und alle sagen, wow toll Sarah.

01:18:49: Guck mal deine Geschichte top eins.

01:18:50: ich denke ja was ist jetzt keine Champagner-Anstoß das ist nicht so eine Geschichte.

01:18:56: Und dann kam jemand auf mich zu meinte es ist so interessant deine Sichtweise zu hören als dritte vierte Generation weil wir kennen natürlich die wichtigste Generationen sind den Zeitzeugen die die das erlebt haben aber die sterben uns leider langsam weg wie gesagt meine Großtante dann haben meine letzte Überlebende Meinte jemand, es ist so wichtig auch mal Art zu hören.

01:19:18: Wie ist das eigentlich für junge Jüdinnen und Juden heute?

01:19:21: Wie wirkt sich das alles auf die aus?

01:19:24: Wie isst das Leben heute in Deutschland oder Europa Für jüdinnen?

01:19:29: Und Die Stimmen gehen halt weg.

01:19:32: Deswegen meine Tante meint ja auch du bist jetzt diejenige, die das weiter tragen muss und Das ist natürlich ein schweres Erbe gewesen aber Es ist halt wichtig weil Wir haben leider immer weniger Holocaust überleben.

01:19:45: Apropos Schwertes Buch ist alles andere als ein leichter Lesestoff.

01:19:50: Da hat man an vielen Stellen einen Kloß im Hals.

01:19:52: beim Lesen, also wenn es zum Beispiel darum geht dass ihre Familienmitglieder erniedrigt werden, dass sie geschlagen werden... Dass sie aber auch als Erzählerin als Leser bis zum Schluss in der Gaskammer dabei ist, als der Bruder ihres Großvaters ermordet wird.

01:20:11: Beim Lesen wie gesagt ist das schon schwierig!

01:20:13: Wie war das beim Schreiben?

01:20:14: sehr schwer.

01:20:15: Ich glaube, das hat wegen, hat es auch sehr lange gedauert und als dann klar war dass es zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig sein muss weil's gedruckt werden muss... Das hat mich man ja schon sass ich auch wirklich genau hier.

01:20:31: also ist es genau der Ort an dem ich auch dann vieles geschrieben habe und ich hab mich dann manchmal einfach kurz hingesetzt und habe kurz geweint und habe den Kopf darüber geschüttelt wie Menschen Menschen sowas antun können.

01:20:45: Und dann, ich hab hier ein Foto von Ihnen hängen.

01:20:48: Da habe ich mich wieder drauf besonnen, warum ich das mache und wie wichtig es ist.

01:20:52: Für wen ich das auch schreibe, nämlich auch für meine Kinder.

01:20:55: Weil ich will, dass sich was ändert.

01:20:58: Dann habe ich weitergeschrieben... Aber es ist nicht leicht!

01:21:02: Es sind mir natürlich bei der Recherche mal abgesehen, der Teil meiner Familie, der mich persönlich betrifft aber bei meiner Recherch, man taucht ja selber noch einmal sehr tief in diese Nazizeit ein in die Konzentrationslage.

01:21:12: Was ich zum Beispiel nicht mehr in Erinnerung hatte oder vielleicht auch nicht wusste ist, dass die Nazis aus der Haut Lampenschwimme gemacht haben.

01:21:22: Und als ich das recherchiert habe, da hab' ich gedacht, ich muss mich

01:21:26: übergeben.".

01:21:26: Also ich hab' gedacht, es ist an Perversität nicht zu übersteigen wie man sich so ein Lampensturm dann auf sein Tisch stellt und andere Juden und Jüdinnen kamen ja da rein und sehen also es ist wirklich an Grausamkeit nichts zu übertreffen.

01:21:41: Naja... Es ist das dunkelste Geschichtsthema Deutschlands!

01:21:46: bei Weitem.

01:21:48: Sie sagen schon, es war eher so nicht schwer beim Schreiben.

01:21:52: Gab es denn da Kapitel oder auch vielleicht nur Szenen die Ihnen jetzt einfallen gerade wo sie sagen das an dem habe ich besonders lange zu kämpfen gehabt zu nagen gehabt zu schreiben gehabt?

01:22:04: An dem was sie eben angesprochen haben als mein Großunkel Honza ermordet wurde und dann meine große Mutter zusammenbricht.

01:22:15: weil Zum einen war er wahnsinnig mutig und ich traure sehr.

01:22:20: Und ich glaube, viele Menschen in meiner Position mit dieser Familiengeschichte trauen sehr um die Verwandten, die wir nie treffen durften.

01:22:28: Also mir wird ja was genommen.

01:22:30: Jeder kann jetzt der zuhört, denkt mal an seine Onkel, Tanten, Cousinen

01:22:35: usw.,

01:22:36: und ich durfte die ganz viele davon nie kennenlernen, obwohl das Ganze auch auf die interessante tolle Menschen waren!

01:22:42: Da trauert man dann darum... Und meine Urgroßmutter, die Szene zu schreiben wie sie ihr Kind betraut vor ihren anderen Kindern.

01:22:52: Ob ich mir leben will?

01:22:54: Das hat's sehr... das war schwer weil ich auch selber Mutter bin und mir nicht vorstellen kann oder ich mir leider vorstellen kann dass es der schlimmste Schmerz sein muss den deine Mutter erfahren kann aber auch wie schwer das dann für meinen Großvater sein musste seine Mutter davor zu schützen sich zu töten.

01:23:13: also das waren ganz ganz Schwere Szenen zu schreiben.

01:23:16: Und ich hab meinen Papa als Allererstes lesen lassen aus Respekt, dass er auch schaut, dass sich alles korrekt wiedergebe.

01:23:26: Er ist ja noch näher dran in der zweiten Generation und mein Papa ist aber auch kritisch.

01:23:33: Mein Papa ist jetzt nicht so ein Feinfühler, der mir so lange um den heißen Brei drum geht, wenn ich das was nicht gut mache!

01:23:40: Der schrieb mir irgendwann mitten in der Nacht und meinte, ich habe so einen Kloß im Hals... Ich kann das gerade nicht weiterlesen, ich muss es weglegen.

01:23:49: Und das hat mich betroffen gemacht.

01:23:50: und dann hat er weiter gelesen scheinbar.

01:23:52: und dann hatte der mir irgendwann geschrieben... ...das ist ganz, ganz toll gemacht!

01:23:58: Und da habe ich gedacht okay wenn mein Papa mir das so schreibt, dann hab' ich irgendwas richtig gemacht.

01:24:04: auf jeden Fall

01:24:09: Wir haben vorhin schon drüber gesprochen.

01:24:10: Sie haben das Buch ja angefangen zu schreiben vor dem siebten Oktober.

01:24:14: Dann kam der siebte Oktober und ich meine da war ungefähr die Hälfte des Buches fertig.

01:24:19: Inwiefern Hat der Hamas Terror, ich sag mal die zweite Hälfte des Buches den Schreibprozess beeinflusst?

01:24:27: Erstmal dass ich gar nicht schreiben konnte.

01:24:29: Also es hat mich so ein bisschen blockiert diese ganze Geiselgeschichte Die Befreiung und das Kämpfen um die Geisen.

01:24:36: Und dann hat er sehr beeinflußt.

01:24:38: denn jetzt ist ja meine Realität hier gewesen in Israel Wir waren ja auch schon wieder hier und es hat steht ja auch drin viel verändert In einem selbst wie man den Alltag begeht.

01:24:56: Also diese... Wie nennt man die, die aus dem Flugzeug springen mit dem Fallschirmspringen?

01:25:02: Ja und die kam ja auch so nach Israel.

01:25:07: Und das haben wir ja auch ganz perfide, haben das ja Leute für Demonstration auf die Poster gemacht und diesen Ramast-Terror gefeiert.

01:25:16: Egal wenn wir sie heute sehen Wir sehen nie Fallschirmspringer, wir sind immer Terror Und das steht ja auch im Buch, dass ich das so anschaue.

01:25:26: Wir sehen Fotos von unserer Familie.

01:25:29: Wir nehmen ein Foto aus und eine Familienfoto.

01:25:32: Dann sehen wir die Familienfotos, von denen die Familien komplett ausgelöscht wurden am siebten Oktober.

01:25:38: Kleine Kinder genau wie wir!

01:25:43: Das hat einfach so viel Frieden in einem selbst genommen.

01:25:47: Ich konnte lange nicht mehr schlafen ohne dass sich einen Podcast auf den Ohren hatte.

01:25:53: wenn es still ist und dunkel ist, kommen halt.

01:25:55: ich habe noch mal mehr gesehen als andere weil ich in den kibuzin war nach dem secken oktober.

01:26:01: relativ schnell haben wir natürlich auch ein paar sachen gezeigt wurden die nicht veröffentlicht wurden.

01:26:06: Ich hab Sachen auf meinem händi die kann man niemandem zeigen und das sind natürlich Sachen die trage ich mit und die fließen natürlich auch mit einer in den schreibprozess.

01:26:18: jetzt heißt ihr buch wie alles begann und sich jetzt wiederholt Frau Kurnd, wo sehen Sie parallel zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart zwischen den Nazis und der Hamas?

01:26:34: Sagen wir erstmal den größten Unterschied.

01:26:37: Die Nazis haben es versucht zu verstecken Und die Hamas zeigt das mit eigenen Videos, Kameras und Feiert sich dafür.

01:26:50: Der Auslöschungswunsch des jüdischen Volkes ist das gleiche.

01:26:53: Haben sie beide auf der Agenda gehabt?

01:26:58: Beide wollen die Welt nach ihrem Gusto gestalten.

01:27:02: Die einen halt mit dem Seitenschalteln und blond- und blauäugig, und die anderen halt anders muslimisch geprägt und absoluter Brutalität.

01:27:19: Also es gibt ein Foto oder ein Video vom siebten Oktober, da sieht man wie eine Frau wegrennt und die Terroristin herrennt.

01:27:27: Und irgendwann kauert sie sich einfach auf den Boden und sie bettelt dass er sie nicht erschießt und errichtet einfach die Waffe auf sie und richtet sie hin.

01:27:35: Es gibt ein berühmtes Bild aus dem Zweiten Weltkrieg wo da eine Frau steht ihr Kind schützt und versucht quasi das Erziehen nicht erschießen und der erschießts sie.

01:27:46: also die Brutalität Und ich meine, die Geise, das hatte ganz viele Parallelen.

01:27:51: Die wurden angepinkt und missbraucht, sie wurden ausgehungert.

01:27:54: Das kennen wir alles von der Shoah.

01:27:57: Die wurde nur noch mit Nummern angesprochen, nicht mehr mit Namen.

01:28:02: Sie wurden seelisch gequält.

01:28:05: Also alle so Sachen, die Nazis auch gemacht haben... Man hat in Gaza so viel in meinen Kampfmüchern gefunden, so viel Nazi-Ideologie.

01:28:12: Es gibt ... Menschen in Gaza steht auch in einem Kapitel drin.

01:28:17: Die Arbeit für Hilfsorganisationen in Gaza wurden dann von der Ramas selbst verletzt, wurde in ein israelisches Krankenhaus gebracht und dort versorgt by the way.

01:28:28: Und was müssen die israelischen jüdischen Ärzte entdecken?

01:28:31: Ein riesengroßes Hakenpreuß-Tattoo.

01:28:34: So was findet in den deutschen Medien nicht statt.

01:28:37: Aber es sind halt alles Tatsachen und... ...die Ideologie überschneidet sich sehr deutlich.

01:28:43: Und was ich auch wirklich schlimm finde, was sich wiederholt ist.

01:28:48: Dass die Mehrheitsgesellschaft wegschaut und das zulässt wieder.

01:28:52: Weil es ist gar nicht nur die eine Gruppe... Ich glaube nicht dass die Gruppe, die auf die Straße geht und Jugend ins Gas ruft, die größere stärkere Gruppe ist.

01:29:00: Es gibt viel mehr Menschen in Deutschland, die nichts zu empfinden.

01:29:04: Ich glaube es gibt viele Menschen in Deutschlands, die das Ganze egal ist, was hier passiert in Israel.

01:29:09: Also das ist auch weit weg!

01:29:11: Und die Menschen in Deutschland haben glaube ich auch Probleme, eigene Probleme.

01:29:15: Alles wird teurer Kindergartenplätze, alleinerziehende Mütter.

01:29:20: Es gibt ja so viele Themen, die man in Deutschland besprechen kann, die den Menschen dort vor Ort aufwichtig wären.

01:29:25: Ich glaube gar nicht so viele Menschen möchten sich tagtäglich permanent in den Nachrichten damit auseinandersetzen.

01:29:32: Aber trotzdem wäre mehr Verbundenheit und Solidarität im Kampf gegen Terror, der uns alle betrifft.

01:29:39: Und der auch Deutschland noch deutlich mehr betreffen wird wenn man so weitermacht.

01:29:43: Das wäre schon schön!

01:29:46: Das ist der Luxus des Fragestellers.

01:30:06: Normalerweise sind ich auch Fragestellerin.

01:30:09: Was soll man mitnehmen?

01:30:12: Sich bewusst machen, dass ... Man schon mal Flagge zeigen kann.

01:30:18: Schon mal einstehen kann für was richtig ist und sich gegen Terror einzustellen.

01:30:24: Das ist sehr plain.

01:30:25: Wir wissen nicht über jedes politische Thema oder in Israel muss man nicht über alles einstimmen, aber diese eine Linie Terroristen sind böse und dagegen stehen wir alle ein.

01:30:38: Wir sind für eine Demokratie, wir sind für ne freiheitlich mehrliche Gesellschaft und da zusammenzustehen und vielleicht sich auch ein bisschen für jüdische Themen und Leben mal so ein bisschen reinzugucken.

01:30:53: also man kann ja der jüdischen Allgemeinen mal folgen oder so nicht nur die eigene Zeitung lesen.

01:30:57: da kann man ja auch hier und da was mitnehmen.

01:30:59: wenn man es in der Google in der Nähe hat Kann man auch mal anfragen, mal dahin oder kann man mal mit einer Schulklasse dahin?

01:31:07: Oder mit einer Studienklasse.

01:31:08: Also da einen jüdischen Stimmenbühnen geben.

01:31:12: Die werden überall weggekänzelt in vielen Orten.

01:31:16: Es gibt so viele Sachen, die man machen kann was vielleicht für viele dann wieder schwierig ist.

01:31:21: aber das kann man sagen ich stehe auf und gehe an den Sonntag zu einer Demonstration und zeige mich solidarisch mit Israel.

01:31:29: Das wäre vielleicht das leichteste an der Stellung und israelische Produkte kaufen.

01:31:37: Diese BDS-Geschichte habe ich jetzt gar nicht angesprochen, aber das ist natürlich auch etwas was in den letzten Jahren

01:31:43: ein

01:31:44: Hype erlebt hat.

01:31:45: Das ist ja noch mal ganz krass!

01:31:47: Also gerade letzte Woche sind die Niederlande, die jetzt den Handel mit den besetzten Gebieten einstellen.

01:32:02: Ich glaube, es ist wahnsinnig viel Geld von dem wir da sprechen.

01:32:05: Die sind diesen fünfzig Prozent des Abnehmers und das ist natürlich hier katastrophal wirtschaftlich.

01:32:11: Und Israel leidet ohnehin schon wirtschaftliche Menschen hier.

01:32:14: Es ist Wahnsinn nicht teuer alles.

01:32:17: Also israelische Produkte kaufen sage ich mir im Augenzwinkern.

01:32:19: aber ich meine das auch ernst weil es gab ja diese no thanks thanks no app oder so wo man verkutieren soll.

01:32:26: alle Einfach diese App benutzen, vielleicht auch um zu sehen wie man nicht... also wo man einkaufen gehen kann.

01:32:31: Kann man ja auch andersrum benutzen die App, wenn man das will.

01:32:34: aber die israelischen Datteln kaufen und ich muss echt sagen, dass er bei Cod bringt ja gar nichts.

01:32:39: Er hilft auch Palästinenser nicht!

01:32:40: Also das arbeiten ja auch was viele nicht wissen, die arbeiten hier zusammen und leben zusammen und das ist auch deren Einnahmequelle.

01:32:50: Also wenn wir jetzt einfach alle israelischen Produkte, das ist ja auch hier nur Juden arbeiten würden.

01:32:55: So ist es nicht.

01:32:56: Wir arbeiten Muslime, Palästinenser, Araber, Christen und Juden.

01:33:00: Wenn man anfing, israelische Produkte zu boykottieren, dann sanktioniert man am Ende und betrifft hier alle Menschen egal welcher Religion wir angehören.

01:33:10: Es gibt doch ganz tolle Araber in Israel die in der IBF dienen Und die haben Israelis gerettet am siebten Zehnten.

01:33:19: Wenn man Israel boykottiert, boykotiert man die auch alle gleich mit und das ist wirklich... Am Ende hilft es auch nicht.

01:33:26: Es hilft nicht.

01:33:28: Um Ihre Frage aber zu beantworten?

01:33:29: Ja!

01:33:30: So ganz gehe ich ja dann nicht raus.

01:33:34: Was ich vor allem wichtig finde, aber das ist vielleicht auch noch so ein bisschen der Geschichtsstudent in mir Ich finde es immer wichtig, wenn man Dinge die riesig sind, die abstrakt sind mal klein macht und konkret und erfahrbar oder fassbar macht.

01:33:49: Und im Fall der Shoah finde ich das immer wichtig wenn man einzelne Schicksale erzählt Und sich auch mal und das ist das was eben in ihrem Buch ihr es nicht gut gelingt, auch mal hinein fühlen kann.

01:34:03: Und hautnah miterlebt wie ganz normale Menschen von einem Tag auf den anderen quasi die komplette Realität einfach genommen bekommen in der sie bis eben noch gelebt haben... ...und die nächsten Jahre in einem absolut unvorstellbaren Alptraum leben.

01:34:22: Wir haben vorhin schonmal ganz kurz die Lese reisen gestreift und Sie haben gesagt da gab's jetzt nicht nur Wie soll ich das sagen?

01:34:31: Positive Rückmeldung.

01:34:32: Wie war es denn so insgesamt, weil sie waren ja doch an einigen Orten unterwegs als Sie das Buch vorgestellt haben... wie war's dann so?

01:34:39: Wieso hat das Publikum reagiert?

01:34:40: Was gab's für Fragen?

01:34:41: Was gibt's vielleicht für Neugierde?

01:34:44: Also durch die Bank weg war es natürlich eine positive Leserei.

01:34:47: Es kommen jetzt zu Lesungen bei dem Thema eher Menschen, die sich schon bisschen auskellen mit dem Thema oder die affin sind und auch gerne jüdische Lebensschützen möchten.

01:35:00: Also das war schon sehr viel Schönes dabei natürlich und rührende Momente.

01:35:04: Es gab auch glaube ich eine Lesung, bei der sogar ich selbst angefangen habe zu weinen beim Lesen weil es einfach so emotional geworden ist.

01:35:12: aber wie gesagt also ein Ort war... Da bin ich nie wieder in den Pfand!

01:35:19: Da waren sowohl die Lesungen am Abend und es war so nett und zwar so hübsch.

01:35:24: Ich dachte wirklich, das wird so eine angenehme Lesung.

01:35:26: Ich war schockiert!

01:35:28: Ich saß auf dieser Bühne und dachte oh mein Gott... Das ist wirklich... Nee Und am nächsten Tag bin ich im gleichen Ort in die Schule.

01:35:40: Ganz ganz schwierig.

01:35:42: Also da habe ich gedacht, das wäre jetzt die Enkel von denen ich gestern Abend hab.

01:35:47: Sie haben es wirklich nicht leicht gemacht.

01:35:49: Und eine war halt da, eine Person und die war so richtig anti-Israel-Prochamas.

01:35:54: Die hat auch wirklich gesagt vor ihren Lehrern und dem Schuhdirektor was sie Chamas macht ist richtig weil sie hilft ja den Palästinenser damit.

01:36:03: also wo ich dachte, wo ich sie angeguckt habe und dachte du sagst mir gerade das ist okay Babys um Kinder zu töten?

01:36:08: Weil das hilft ja denen anderen oder er ist auch kein Lehrer eingegriffen.

01:36:13: Ich wollte eben fragen zu Anfang unseres Gesprächs geschildert, wie Lehrer damals bei Ihnen nicht mal eingeschritten sind.

01:36:20: Auch jetzt nicht?

01:36:20: Nein.

01:36:21: Oh!

01:36:21: Da waren Lehrer dabei auf der Leserreise, die aber ganz anti-israelisch eingestellt sind.

01:36:25: Ja ja... Ne, das hat sich nicht verbessern.

01:36:27: Aber es gab auch tolle Lehrer.

01:36:28: Es gab tolle Schulen und tolle Direktoren.

01:36:31: Die laden mich auch ein.

01:36:33: Also da gab's Gutes, aber ähm... Und das war dann aber ganz süß.

01:36:38: nach dieser Schwierigen Lesungen an dem Abend und auch an der Schule kam dann so eine Gruppe von Jugendlichen zu mir.

01:36:47: Und meinte, ja wir haben uns jetzt eben nicht so getraut das laut zu sagen aber wir fanden es ganz toll und ganz interessant und wir holen uns das Buch.

01:36:57: Entschuldigung dass es jetzt ein paar Kinder hier gab oder Jugendliche gab die da so ein bisschen über die Strenge geschlagen sind.

01:37:05: Eine war auch dabei, die meinte ja so ein paar Fragen habe ich schon mit Gaza und so.

01:37:10: Aber das haben wir dann auch ein bisschen besprochen.

01:37:13: Meinst du sie finde ich aber schon mal toll dass sie sich mit mir überhaupt zu unterhalten?

01:37:17: Also das war dann wieder so positiv und da merkt man okay ist es halt einfach bunt gemischt alles.

01:37:21: also es gibt halt solche und solche was mir zudenken gegeben hat dass sie gesagt haben Sie haben sich nicht getraut das öffentlich zu sagen.

01:37:28: Das ist schwierig, das ist einfach so ein Klima.

01:37:30: Ich glaube es haben wir aber an vielen Stellen gerade Menschen trauen sich nicht mehr was zu sagen.

01:37:34: man wird zu froh in so eine Ecke gestellt.

01:37:35: also wenn ich manchmal etwas sagen sage Leute ich bin zu links also kann wirklich nicht links sein zu links sein schon gar nicht.

01:37:42: und da sage ich andere Sachen dann sagen die ich bin zurechts und ich bin auch nicht rechts.

01:37:48: Aber man wird sagen, die Menschen müssen eine Schublade stecken.

01:37:52: Es kann nicht sein, dass bei manchen Themen ein bisschen liberaler ist und bei einem anderen Thema konservativ war, einfach in der Mitte irgendwo.

01:37:59: Das funktioniert irgendwie nicht mehr.

01:38:01: Ansonsten gab es bei den Lesungen wahnsinnig viele Fragen von Menschen, die sich schon auskennen.

01:38:09: ganz viel zum Thema Israel jetzt.

01:38:11: Wie würde sich das weiterentwickeln?

01:38:13: Innerpolitisch wie würd' das mit den Charitimen ... Wie wird das mit den nächsten Regierungen und so weiter?

01:38:20: Also viele politische Fragen auch zu dem Thema tatsächlich.

01:38:26: Ja, ich wurde auch gerne ... Ich habe eigentlich noch zwanzig Lesungen, aber ich hab eben das ja schon mal im Vorgespräch kurz gesagt, dass eines meiner Kinder leider eine Diagnose erhalten hat, die unser Leben ein bisschen auf den Kopf gestellt hat.

01:38:38: Und deswegen habe ich alle meine Lesungen für dieses Jahr abgesagt.

01:38:41: Aber ich hoffe, Im nächsten Jahr, dass die Interessenten weiter ein Interesse haben und sich dann trotzdem nochmal hier und da Lesungen machen kann.

01:38:51: Wichtig auf jeden Fall

01:38:52: für den Ausdruck.

01:38:53: Zunächst auch noch mal an der Stelle Frau Kohn-Fantl alles Liebe und Gute für den Nachwuchs.

01:38:58: Sie haben schon gesagt mit den Krauthöhen im Prinzip man tut sich heutzutage schwer Alles ist schwarz weiß entweder oder Die ist das.

01:39:08: Eingangs hatte ich einen Zitat aus ihrem Buch gebracht.

01:39:13: Jetzt, wo wir uns langsam mit dem Ende des Gesprächs nähern.

01:39:15: Willi ist noch mal in Gänze bringen und zwar sie schreiben Ich habe mich immer wie etwas halbes und nie wie etwas Ganzes gefühlt zwischen Sprachen Wurzeln und Nationalitäten Immer teils Tschechien Teils Jüdin teils Deutsche Und so zu tun als ob viele teile ein ganzes ergeben hat zumindest in meinem fall nicht funktioniert.

01:39:33: jetzt so am ende dieser Identitäts Suche Wenn Sie sagen, sie sind jetzt bei sich selbst angekommen oder geht die Suche immer noch weiter?

01:39:44: Also ich glaube, die Suchen darf ja nie ganz aufhören.

01:39:47: Das wäre der Tod!

01:39:50: Aber wenn wir jetzt darüber sprechen was ich in dem Zitat genau meine, nämlich die Nationalität, der Glaube dieses Ankommen in dem, da bin ich ein hundert Prozent angekommen.

01:40:00: also ich fühle mich ein hundert Prozent israelisch und ich fühl mich ein Hundert Prozent jüdisch.

01:40:09: mein Alltag und wie wir leben.

01:40:11: Nicht zu religiös, aber auch nicht ohne Religion!

01:40:14: Und ich liebe das mit meinen Kindern, das zu zelebrieren.

01:40:18: Lernen dann natürlich immer wieder gemeinsame Dinge dazu.

01:40:21: Aber um... Das passt jetzt gar nicht zum Thema.

01:40:24: Aber die Identität verändert sich ja trotzdem.

01:40:28: Was ist immer so?

01:40:28: ein laufender Prozess finde ich?

01:40:30: Was kommt denn jetzt nach diesem

01:40:31: Buch?!

01:40:32: Das war ganz lange meine Identität.

01:40:34: Ich schreibe dieses Buch oder ich bin Kriegsreporterin.

01:40:38: Ich finde aber auch schwierig, wie sich das mit den Medien entwickelt manchmal oder wie sich es mit meinem Alltag verbinden lässt.

01:40:44: Was schreibe ich als Nächstes?

01:40:46: Muss ich jetzt immer über jüdische Themen schreiben?

01:40:48: Möchte ich das?

01:40:49: Kommt jetzt noch was ganz anderes also dieses Sich weiter denken und weiter entwickeln.

01:40:54: und was ist die nächste Kapitel?

01:41:00: Das bleibt!

01:41:01: Aber dass ich jüdend bin und israelisch bin, aber es muss auch irgendwann nicht mehr mein Hauptthema sein.

01:41:07: Ich habe das aufgeschrieben und hoffe, dass es viele Menschen lesen und weitergeben.

01:41:13: Ich wünsche mir, dass das an Schulen gelesen wird.

01:41:17: Die Rest der Reise sind unbeschriebene Blätter, um in dem Wortspiel zu bleiben.

01:41:20: Da gucken wir mal was noch kommt!

01:41:24: Vielleicht ist das nächste Buch ja etwas völlig anderes?

01:41:27: Und es ist ein Drehbuch zum Beispiel...

01:41:29: Das habe ich auch schon gefragt, ob dieses Buch vielleicht mal verfilmt oder zu Theaterstück wird.

01:41:34: Ich komme ja auch aus einer Filmfamilie.

01:41:36: Mein Papa wünscht sich das glaube ich auch gar nicht.

01:41:40: Ja, ich frage mich immer wie sich das umsetzen lässt im Theater noch einmal einfach haben.

01:41:44: Ein Film wo man so in diesen Zeiten ins Heute und die Vergangenheit... Ich weiß nicht ob Zuschauer sich das gerne angucken oder ob man sich vielleicht nur, ich würde zum Beispiel gerne nur die Geschichte meiner Familie verfilmen.

01:41:58: Schuarfilme heute, ich sag mal noch ankommen.

01:42:01: Also das ist eben genau dieses moderne oder dieses Heute.

01:42:05: Das glaube ich, dass was dieses Buch hier auch uns... also für den Leser heute wieder interessanter macht weil er viele Sachen hieß die ihn jetzt ja auch betreffenden seiner Umgebung und in seiner Welt, in der Politik.

01:42:17: Und wenn man nur über die Vergangenheit schreibt weiß ich nicht ob die Menschen da heute noch.

01:42:21: alle sind so schnell am Handy.

01:42:22: zehn Sekunden haben sich noch anderthalb Stunden Film angeguckt?

01:42:25: Ich weiß es nicht!

01:42:28: Ja, weil sie kann sagen diese verschiedenen Zeit-Ebenen.

01:42:31: Da springt sie im Buch hin und her.

01:42:33: aber es gibt schon auch Regisseure also Christopher Nolan zum Beispiel der macht das ja.

01:42:37: seit Anbeginn möchte ich mal fast sagen falls ihr zuschaut hat ein gutes Drehbuch.

01:42:47: Die Frage zum Schluss Frau Kohnvantl Wir hatten schon über ihre Mutter gesprochen.

01:42:54: wenn ihre Mutter noch am Leben wäre Was glauben Sie?

01:42:57: Was würde sie zu der Reise sagen, die es in den letzten Jahren hinter sich gebracht haben.

01:43:02: Die Reise, die hinter ihnen liegt aber auch noch zu dem Weg den unbeschriebenen Plättern, die vor ihnen liegen?

01:43:07: Ich habe mich die Frage so aufgestellt.

01:43:10: Mir so aufgestellt.

01:43:13: Ich hatte manchmal Angst, ob sie denkt dass ich ein bisschen verrückt bin, was ich jetzt hier so in Israel lebe mit meinen Kindern im Schutzbunker und ich glaube das würde sie ängstigen auf jeden Fall.

01:43:22: Sie wäre wahnsinnig stolz auf ihre Enkelkinder und ganz verrückt Meine Mama wäre wahnsinnig stolz auf das Buch.

01:43:31: Sie ist hoffentlich egal wo sie ist, sie ist stolz darauf dass ich mein Weg so gegangen bin und mich freigemacht habe dieser Rückflug aus Israel damals dieses Flugticketbuchen und alleine wieder zurückzufliegen.

01:43:46: Ich glaube es macht sie sehr stolz großgezogen hat, die auch wenn da Hürden sind und man auch Ängste hat.

01:43:54: Und man auch Unsicherheiten hat.

01:43:56: es ist ja immer so wenn ich kann das nur jede mitgeben zuhören Wenn einem etwas Angst macht Das habe ich mir nach dem Tod meiner Mutter gesagt Dann auf jeden Fall weitermachen ausprobieren Es bringt einen weiter man wächst daran.

01:44:07: und Zu meinem Rabbiner habe Ich damals gesagt bei unserer Hochzeit dass Dass der tot meiner mutter war der schlimmste tag meines lebens.

01:44:16: Aber er hat mich tatsächlich am Ende zu dem besten Leben gebracht.

01:44:22: Ich hätte meine Mutter nicht in Deutschland alleine gelassen, ich hatte keinen Alliagracht.

01:44:27: Ich hätt weiter so für mich mein halb-hydisches Leben gelebt aber ich hätte vielleicht den Juni gemacht weil ich Angst gehabt hätte dass ich ihr doch ein bisschen das Gefühl gebe dass sich nicht sie wähle sondern meinen Vater und meine Eltern getrennt.

01:44:40: also ich glaube sie wäre sehr glücklich dass ich glücklich bin.

01:44:46: Ich glaube, das wünschen sich alle Eltern am Ende.

01:44:49: Da haben Sie recht!

01:44:52: Ich denke wir sind jetzt gespannt wie es weitergeht und wie die unbeschriebenen Blätter weiter beschreiben werden.

01:44:58: Ihnen alles Liebe und Gute für hier und heute sind wir am Ende!

01:45:02: Ganz lieben Dank für Ihre Zeit und fürs Gespräch!

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